Dolomiten 28.08.2006 - 12.09.2006

Dienstag, 29.08.2006

Unsere Anreise in die Dolomiten verlief problemlos. Zeitig ging es los auf die A9 u.a. Autobahnen, vorbei an München und schließlich über den Brenner nach Bozen. Wir haben wieder die Videomaut genutzt und sind so schnell vorangekommen. Den Weg nach Welschnofen (Nova Levante) kannten wir bereits vom Vorjahr. Wir haben uns den Weg zu unserer Ferienwohnung gesucht und waren schließlich nach 7:30 h an unserem Ziel. Die Ferienwohnung ist nicht zu empfehlen. Das erste mal, das wir richtig daneben gegriffen haben.

Mittwoch, 30.08.2006  -  Santnerpass-Klettersteig

Frommer Alm - Rosengartenhütte - Santnerpass - Gartlhütte - Vajolethütte - Tschager Joch - Rosengartenhütte - Frommer Alm
Höhenmeter: 850
Kilometer: 7
Unser erster Urlaubstag in den Dolomiten verlief sehr ereignisreich und anstrengend. Der erste richtige Klettersteig stand an. Zeitig wie immer, sind wir aufgestanden und zur Frommer Alm gefahren. Von hier aus ging es mit der Sesselbahn hoch zur Kölner Hütte auf 2.339 m. Unser Aufstieg zum Klettersteig war nicht sehr schwierig. Wir folgten dem Weg Nr. 542. Kurz vor dem Klettersteig haben wir unsere Sweti im Santnerpass KlettersteigAusrüstung angelegt und den Aufstieg zum Santnerpass in Angriff genommen. Da es unser erster richtiger Klettersteig in den Dolomiten war, gestaltete sich die Begehung als etwas schwierig. Dazu kam, das es extrem kalt und windig war und wir über Schneefelder klettern mussten. An einer Stelle bin ich zuerst gar nicht hoch gekommen und musste erst einmal die anderen Wanderer vor lassen. Sirko hatte oben auf mich gewartet. Mit starren Fingern habe ich es unter Aufbietung all meiner Kräfte dann doch geschafft. Was mich sehr störte war die Tatsache, dass die anderen Kletterer kaum Abstand zu uns gehalten hatten. Wäre ich gestürzt, hätte ich den einen oder anderen mitgerissen. Der Klettersteig war teilweise nicht gesichert, es schauten nur noch die Stahlstifte heraus. Im Nachhinein würde ich sagen, der Klettersteig war nicht schwierig. Nur unter den schlechten Witterungsbedingungen und da es unser erster Klettersteig war, sah dies anders aus. Auf dem Santnerpass (2.734m) haben wir eine Pause eingelegt. Leider wurde die dortige Hütte umgebaut, so dass wir im eisigen Wind sitzen mussten. Zum Glück schien aber die Sonne. Anschließend Blick auf die Vajolettürmesind wir zur Gartlhütte auf 2.621m abgestiegen. Es war auf dem Abstieg sehr stürmisch, so dass wir teilweise nicht weiterlaufen konnten. Die wunderschöne Bergkulisse mit den Vajolettürmen entschädigte uns für die Strapazen. Als wir die Gartlhütte erreicht hatten, haben wir uns erst einmal eine warme Mahlzeit gegönnt und uns aufgewärmt. Danach ging es weiter bergab auf 2.243m zur Preuß- und Vajolethütte. Der Abstieg war sehr anstrengend, da das Gelände mit sehr großen Steinen versehen war, über die wir klettern mussten. Teilweise war ein Drahtseil angebracht. Wir haben nur eine kurze Pause eingelegt und sind gleich weiter. Denn die Zeit sass uns im Nacken. Wir mussten wieder bergauf, ca. 400 Höhenmeter, zum Tschager Joch. Da ich bereits sehr entkräftet war, war dieser Aufstieg der reinste Gewaltakt. Meter für Meter kämpfte ich mich nach oben, für Pausen war keine Zeit. Irgendwann sind wir dann doch zum Tschager Joch auf 2.630m angekommen und sind schnellst möglich wieder abgestiegen zur Rosengartenhütte auf 2.339m. Zum Glück war unsere Seilbahn noch geöffnet. Wir waren 10 min vor Schließung da und konnten zu unserem Auto hinab fahren. Wir hätten nicht auch noch diese Höhenmeter hinab laufen wollen. Glücklich sind wir zur Frommer Alm zurückgekommen und wieder nach Welschnofen gefahren. Ein sehr anstrengender erster Tag, wie immer. Aber auch ein sehr schöner.
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Ausblick vom Tschager Joch

Donnerstag, 31.08.2006

Schloss PröselsWir haben diesen Ruhetag bitter nötig gehabt. Ich hatte am Morgen bemerkt, wie viele Muskeln ich eigentlich habe und wie schlimm diese schmerzen können. Das Bett konnte ich nur unter großen Mühen verlassen. Noch nie hatte ich solch einen Muskelkater. Sirko erging es nicht ganz so schlecht, aber er hatte auch zu kämpfen. An unserem Ruhetag wollten wir uns Schloss Prösels im Schlerngebiet anschauen. Erst spät am Morgen sind wir losgefahren und waren gegen Mittag beim Schloss. Letztes Jahr war es geschlossen, da samstags Ruhetag ist. Dieses Jahr waren wir schlauer. Das Schloss von 1517 wurde unter Leonhard von Võls vollendet. Es ist ein sehr romantisches Schloss und die Führung war sehr aufschlussreich.
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Freitag, 01.09.2006  -  Oskar-Schuster-Klettersteig

Sella Joch Talstation - Toni Demetz- Hütte - Langkofelhütte - Plattkofel - Plattkoffelhütte - Friedrich-August-Hütte - Sella Joch Talstation
Höhenmeter: 810 bergauf, 1.300 bergab
Kilometer: 11
Mit starkem Muskelkater wollten wir an diesem Tag unseren nächsten Klettersteig, den Oskar-Schuster-Klettersteig, begehen. Zeitig sind wir aufgestanden und sind nach einstündiger Fahrt anKabinenbahn am Sella Jochder Talstation vom Sella Joch auf 2.183m angekommen. Mit Stehkabinen, die wie Telefonzellen aussehen, sind wir zu zweit hinaufgefahren zur Toni-Demetz-Hütte auf 2.681m. Bereits von dort aus hatten wir einen fantastischen Blick auf die Boé-Gruppe. Wir schulterten unsere Rucksäcke und sind auf der anderen Seite erst einmal wieder bergab gelaufen. Auf der Schotterpiste war dies nicht ganz einfach. Beinahe hätte ich meine Kamera fallen lassen, als ich eines meiner Kuscheltiere fotografieren wollte und es abgestürzt ist. Ich habe instinktiv nach dem Kuscheltier gegriffen und die Kamera fallen lassen. Zum Glück ist beiden nichts passiert. An der Langkofelhütte (2.253m) haben wir uns einen Stempel für unser Stempelbuch geholt und sind nach kurzer Rast weiter gelaufen, dieses mal berauf. Vorbei ging es an der Fünffingerspitze entlang des Oskar-Schuster-Wegs. Der Aufstieg auf der Schotterpiste war sehr beschwerlich, aber wir haben es schließlich bis zum Einstieg des Klettersteiges geschafft. In Ruhe haben wir uns umgezogen und sind mit vielen anderen Klettersteiggehern aufgestiegen. Der Oskar-Schuster-Klettersteig ist nicht ganz einfach für einen Anfänger, mit teilweise ausgesetzten Passagen und luftigen Klettereinlagen. Manchmal gab es auch kein Drahtseil mehr. Wir mussten einige Kletterer vorbei lassen, da wir nicht so schnell waren. War aber für diese kein Problem, waren alles nette Leute. Eine Stelle war sogar noch vereist, wo anders war der Weg nicht mehr markiert und wir mussten uns Gipfelkreuz des Plattkofeleinen Weg durch das Gestein suchen. Nach 460 Höhenmetern hatten wir das Ende des Klettersteiges erreicht. Dort haben wir erst einmal eine Pause eingelegt und unsere Kletterausrüstung abgelegt. Dann ging es endlich hinauf zum Gipfelkreuz, unser Ziel an diesem Tag. Wir hatten den Plattkofel mit 2.954m erreicht. Von dort aus hatten wir einen herrlichen Ausblick auf das Sella-Massiv und den Piz Boé. Hier haben wir eine längere Pause eingelegt und uns mit ein paar Gleichgesinnten unterhalten. Dies erfreut uns immer wieder, da wir uns dann nicht ständig anhören müssen, wie verrückt wir sind. Nach einer Weile sind wir abgestiegen, wir hatten noch einen langen Weg vor uns. Es ging hinab auf der Schotterpiste auf 2.300m zur Plattkofelhütte. Dort haben wir uns ein paar Getränke gegönnt, da es sehr heiß war und wir großen Durst hatten. Unser Wasser ging allmählich zur Neige. Weiter ging es zur Pertini-Hütte, vorbei an freilaufenden Kühen und schwarzen Schafen. Der Weg verlief immer auf der gleichen Höhenlinie, trotzdem ging es mal bergauf, mal bergab. Bei der Friedrich-August-Hütte hatten wir erneut etwas getrunken und uns das Standbild von Friedrich-August, dem Namensgeber dieses Weges, angeschaut. Anschließend ging es noch einmal bergauf. Wir konnten bereits die Anfänge des Sonnenunterganges sehen. Es war ein sehr schöner Weg mit unglaublicher Naturkulisse. Am Abend waren wir wieder am Parkplatz, nach einer sehr langen Wanderung.
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Ausblick vom Tschager Joch

Samstag, 02.09.2006

An diesem Tag legten wir einen Ruhetag ein und haben wirklich gar nichts unternommen.

Sonntag, 03.09.2006  -  Boéseekofel-Klettersteig

Corvara - Vallon Bergstation - Boéseekofel - Vallon Bergstation - Corvara
Höhenmeter: 400
Kilometer: -
Stau am BoéseekofelUnser nächster Tag stand an, der Boéseekofel-Klettersteig. Unter großem Zeitdruck sind wir in Richtung Corvara aufgebrochen. Dabei haben wir unser Essen vergessen. Nach über einer Stunde Fahrt haben wir deshalb bei einem Bäcker angehalten. Denn es war Sonntag und kein Geschäft hatte offen. Sirko hatte zum Glück ein offenes Geschäft gefunden und für uns etwas Belag und Brötchen gekauft. Deshalb kamen wir verspätet bei der Seilbahn in Corvara (1.568m) an. Mit der Kabinenbahn sind wir auf 2.200m gefahren und weiter mit dem Sessellift zur Vallon Bergstation (2.537m). Von dort aus ging es zu Fuß weiter zum Einstieg für den Klettersteig. Es war nur ein kurzes aber steiles Stücke gewesen. Dabei haben wir uns aber einmal kurz verlaufen, da der Weg zum Boéseekofel-Klettersteig schlecht ausgeschildert war. Aber wer suchet, der findet. Schnell haben wir uns umgezogen und noch einen Happen gegessen. Während dessen kam eine große Gruppe Engländer vorbei und da sie wie routinierte Klettersteiggeher aussahen, haben wir sie vorgelassen. Wir wollten schließlich niemanden behindern. Das war ein schwerwiegender Fehler. Denn die Gruppe hatte keinerlei Erfahrung. Allein vor dem Einstieg zum Klettersteig standen wir in der Schlange über 15 Minuten. Die englische Gruppe war mit einem Bergführer unterwegs, der hauptsächlich einer Dame ständig helfen musste. Nicht nur wir waren nach einer Weile völlig genervt, sondern auch die vielen anderen Wanderer hinter uns. Wir hatten das Gefühl, wie zu DDR Zeiten wegen Bananen anzustehen. Sind wir mal einen Meter vorwärts gekommen, standen wir erst einmal wieder 10 Minuten. So ging es eine ganze Weile weiter. An einer Stelle kam die englische Dame fast gar nicht hoch. Wir hatten schon befürchtet, die Stelle sei wirklich so schwierig. Aber mit vier Schritten hatten wir es geschafft, während die Engländerin eine viertel Stunde benötigt hatte. Zum Glück kam dann eine Passage, wo der Bergführer sie aus dem Seil genommen hatte und der größte Teil an ihr vorbei ziehen konnte. Dann ging esSweti auf der Leiter am Boéseekofelendlich im schnellen Tempo vorwärts. Der Boésekofel Klettersteig ist ein einfacher Steig, sehr gut gesichert. Es gab nur eine schwierige Stelle. Eine Leiter, die am oberen Ende etwas überhängend war und wir deshalb etwas mit Kraft arbeiten mussten. Aber ansonsten eine guter Klettersteig zum Üben. Deshalb war er wohl auch so stark besucht. Am Gipfel angekommen fanden wir uns umringt von extrem vielen Touris wieder. Es fand sogar eine Messe mit einem Pfarrer statt.
Am gegenüberliegenden Massiv flog mehrfach ein Hubschrauber. Später erfuhren wir das ein Wanderer am Pisciadù - Klettersteig abgestürzt ist.
Wir legten unsere Klettersteigausrüstung ab und haben uns ein paar Brötchen geschmiert. Ein schnelles Foto am Gipfelkreuz und es ging wieder abwärts vom Boéseekofel. Leider waren wir nicht die Einzigen, die abgestiegen sind. Wieder standen wir an einer harmlosen Leiter, die hinab führte, in der Schlange. Wir haben für diese Wanderung mehr als die doppelte Zeit gebraucht, als eigentlich nötig war. Die Engländer hatten uns verfolgt. Nach einer Weile hatten wir es dennoch zurück zur Seilbahn geschafft und sind hinab gefahren. Dieser Klettersteig war an sich sehr einfach, nur das Warten an ungünstigen Stellen wegen den Engländern gestaltete sich manches mal als schwierig. Doch die klasse Aussicht und das schöne Wetter hatten uns dafür entschädigt.
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Montag, 04.09.2006  -  Masaré-Rotwand-Klettersteig

Paolina Talstation - Paolina Hütte - Christomanos Denkmal - Rotwandhütte - Vajolonpass - Paolina Hütte - Paolina Talstation
Höhenmeter: 670
Kilometer: 7
Es ging zeitig los Richtung Paolina-Sessellift. Wir wollten an diesem Tag den Masaré-Rotwand-Klettersteig absolvieren. Zur Paolina-Seilbahn war es nicht so weit gewesen, so dass wir zeitig da waren. Mit der Seilbahn sind wir auf 2.125m gefahren und von dort aus aufgestiegen zum Christomannos Denkmal auf 2.349m. Dies haben wir im schnellen Tempo bewältigt, da wir einen langen Weg vor uns hatten. Vom Christomannos Denkmal ging es wieder bergab auf 2.280m, wo wir die Rotwandhütte erreichten. Hier haben wir eine kurze Rast eingelegt und die Rucksäcke neu geschultert. Weiter ging es nach ein paar Minuten hinauf zum Einstieg für den Klettersteig. Dieser besteht aus zweiSweti am Punta MasaréAbschnitten. Zuerst waren wir am Punta Masaré-Klettersteig. Dieser Klettersteig geht nicht nur in die Höhe, sondern auch tief hinab. Eine schwierige Stelle war der Kamin, den wir senkrecht hinunter mussten. Zwar waren Tritthilfen in den Fels eingelassen, doch waren diese schwer zu erkennen. Teilweise recht luftige Passagen, ständiges bergauf und bergab und sehr abwechslungsreiche Klettereinlagen machten diesen Klettersteig sehr anspruchsvoll. Problematisch für uns war nur, dass wir oft in der Sonne klettern mussten. Es wurde mit der Zeit immer heißer. Schließlich haben wir das Ende des Masaré-Klettersteiges erreicht und haben uns ein schattiges Plätzchen zum Ruhen gesucht. Nach einer längeren Pause ging es weiter zum zweiten Teil, dem Rotwand-Klettersteig. Dafür mussten wir erneut etwas bergauf, sind am Fensterturm vorbei gekommen und haben schließlich den Einstieg zum Rotwand-Klettersteig erreicht. Hier waren wir sehr gespannt, wie dieser gesichert ist. Denn auf einem Foto war eine senkrechte Wand zu sehen, ohne Drahtseil. Zuerst mussten wir abstiegen, an der senkrechten Wand entlang, die mit Drahtstiften und auch einem Drahtseil gesichert waren. Dafür war viel Armkraft erforderlich, da es uns ständig nach unten zog. Der Klettersteig ist in beiden Richtungen zu begehen, so dass uns andere Leute entgegen kamen. Teilweise hatten wir oben am Einstieg gewartet, teilweise warteten diese Wanderer unten am Ausstieg. Nach dem Ausstieg vom Klettersteig im unteren Teil ging es gleich wieder steil bergauf. Eine sehr anstrengende Wanderung mit der Klettersteigausrüstung. Mir war es einfach zu heiß geworden und ich habe unterwegs meine Ausrüstung abgelegt. Irgendwann waren wir endlich am Ziel und hatten das Gipfelkreuz der Rotwand mit 2.806m erreicht. Erschöpft hatten wir uns ausgeruht und im Schatten des Gipfelkreuzes unser letztes Wasser verbraucht. Zum Glück waren nette Wanderer da und haben uns einen Teil ihres Wassers überlassen. Wir hatten einfach zu wenig mit. Als wir absteigen wollten stellten wir fest, das dieser Abstieg auch ein Klettersteig ist. So musste ich meine Ausrüstung erneut anlegen. Dies war auch notwendig, da es teilweise sehr luftige Passagen sind und ein starker Wind wehte. Unsere Trittfläche war kaum einen Meter breit, dann ging es schon in die Tiefe. Da wir über Schotter laufen mussten, sind wir ein paar mal ins Rutschen geraten. Also, Sicherung ist auf jeden Fall besser an dieser Stelle. Nach einer Weile haben wir es dann bis zum Vajolonpass auf 2.560m geschafft und haben unsere Ausrüstung abgelegt. Der Abstieg zur Paolinahütte über viele Schotterpisten war recht anstrengend. Ich bin sogar einmal gestürzt. Sirko hatte seine Zehnen zu Matsch verarbeitet. Er konnte kaum noch laufen. Im Schatten eines Felsen hatte er seine Zehen notdürftig versorgt und hatte es, ohne zu Jammern, bis zur Seilbahn geschafft.
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Ausblick von der Punta Masaré

Dienstag, 05.09.2006

Ausblick auf den Lago di FedaiaAn unserem Ruhetag wollten wir hoch hinaus. Wir wollten zur Königin der Dolomiten, der Marmolada (3343m). Es ging erst spät am Morgen los zum Lago di Fedaia auf 2.052m gefahren. Entlang des Stausees gelangten wir zu einer Liftanlage. Diese war zwar sehr günstig, aber auch sehr gewöhnungsbedürftig. Denn der Lift bestand aus einen Korb, in dem wir unsanft hineinbefördert wurden. Stehend und im offenen Flug ging es hinauf. Ich wollte zuerst gar nicht, aber Sirko bestand darauf. Es ging hinauf zum Rifugio Pian Fiacconi auf 2.700m. Weiter zu Fuß ging es zur Cap. Al Ghiacciaio. Von dieser Hütte aus hatte wir eine fantastischen Ausblick auf die Marmolada. Wir haben einige Bergsteiger beobachtet, die über den Westgrat auf die Marmolada aufgestiegen sind. Da wir keine Ausrüstung für Gletschertouren haben und auch keinerlei Erfahrung darin, haben wir diesen Klettersteig nicht absolviert. Leider gab es kein Mittagessen auf der Hütte, obwohl es schon 11:30 Uhr war. Leider konnten wir nicht weit laufen und sind nach einer ganzen Weile mit dem Korblift wieder hinunter gefahren. In Canazai haben wir lecker zu gegessen, da schließlich von 12 - 15 oder auch 16 Uhr Siesta in Italien ist. Das ist das einzige, was uns wirklich stört. Den Tag haben wir am Karersee ausklingen lassen und haben einen sehr schönen Sonnenuntergang gesehen.
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Panorama von der Marmolada

Mittwoch, 06.09.2006  -  Versuch des Via Ferrata delle Trincee

Höhenmeter: 100
Kilometer: 4
Einstiegswand der Via Ferrata delle TrinceeDieser Tag sollte mir meine Grenzen aufzeigen. Wir sind wieder weit gefahren bis nach Arabba. Hier ging es hinauf mit der Seilbahn zur Bergstation Porta Vescova auf 2.478m). Zum Einstieg für den Klettersteig mussten wir nur auf 2.580m, aber die ging es dafür steil bergauf. Endlich geschafft, standen wir vor einer ca. 35m hohen glatten Felswand. Ich war mir schon gar nicht mehr sicher gewesen, ob ich da wirklich hinauf wollte. Wir ließen uns viel zeit, da mit uns noch viele andere Bergwanderer hinauf gekommen waren. Diese ließen wir erst einmal vor. Wir konnten beobachten, wie manche Kletterer vor der Wand kapitulierten. Manche sind ausgerutscht, andere sind an einer sehr schwierigen Stelle nicht weiter gekommen. Ich habe es noch nicht einmal versucht. Sirko hat es einmal ausprobiert und ist mit Ausrüstung zum Klettersteig gegangen. Aber auch er hatte an besagter Stelle so seine Probleme. Schlussendlich haben wir diesen Klettersteig nicht absolviert. Im Nachhinein habe ich mich geärgert, es nicht probiert zu haben. Sollte ich noch einmal die Gelegenheit bekommen, werde ich den via Ferrata delle Trincee bezwingen. Denn nur die Einstiegswand ist so schwierig. Dahinter wird er deutlich einfacher. Wir haben dann eben eine Wanderung daraus gemacht. Wir folgten dem Bindelweg zur Rifugion Val del Pan. Wir konnten einen herrlichen Blick auf die Marmolada und dem Fedaia-Stausee erhaschen. Ein wunderschöner und einfacher Weg in den Dolomiten. Und dementsprechend überlaufen. Je näher wir der Hütte kamen, desto mehr Touris waren da. An der Hütte angelangt waren dort Himmel und Menschen. Wir konnten keinen Sitzplatz bekommen, sondern saßen auf dem Boden. Wir machten eine Pause und sind den selben Weg wieder zurück gelaufen. In der heißen Sonne und mit der Klettersteigausrüstung war dies ein anstrengender Tag, aber auch ein schöner.
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Blick vom Bindelweg auf die Marmolada

Donnerstag, 07.09.2006  -  Rodella Klettersteig

Sella Joch - Bergstation Forcia di Rodella - Einstieg Klettersteig - Klettersteig - Rifugio Col Rodella - Sella Joch
Höhenmeter: 290
Kilometer: 4
Rodella KlettersteigWir wollten einen sehr einfachen Klettersteig absolvieren. Dafür ist der Rodella Klettersteig sehr gut geeignet. Wir sind zum Sella Joch gefahren und haben am Rifugio Valentini geparkt. Einem Weg sind wir gefolgt bergauf zur Forcia di Rodella, eine Bergstation für die Seilbahn in Canazei. Der Klettersteig ist nicht leicht zu finden, da es keine Ausschilderung gibt. Wir sind auf der Südseite abgestiegen, haben Fangnetze gequert kurz unter den Südabbrüchen. Wir haben nach einem Drahtseil am Felsen gesucht und fanden so den Einstieg für den Rodella Klettersteig. Wir haben auch richtige Kletterer gesehen, die den Berg auf andere Weise erkundet hatten. Der Klettersteig ist nicht sehr hoch und auch nicht schwierig. Genau richtig zum üben. Es geht mal bergauf, dann sind Plattenrampen und Eisenklammern vorhanden. Von allem etwas, ideal für einen Vormittag. Relativ schnell hatten wir den Klettersteig geschafft und kamen direkt an der Rifugio Col Rodella (2.486m) an. Dort haben wir etwas Süßes gegessen, haben uns einen Stempel für unser Stempelbuch geholt. Anschließend ging es zurück nach Welschnofen. Am Nachmittag sind wir nach Bozen in den Talkessel gefahren. Es war sehr heiß an diesem Tag, aber in Bozen konnten wir kaum atmen. Wir wollten uns das Messner Mountain Museum in der Ruine Sigmundskron anschauen. Wir hatten uns viel davon erhofft. Leider wurden wir jäh enttäuscht. Dort waren nicht seine Bergtouren ausgestellt, sondern Gipfelkreuze aus aller Welt und Skulpturen aus China. Wir konnten damit überhaupt nichts anfangen. Es war einfach nur enttäuschend und dazu sehr teuer. Wir hätten uns vorher informieren sollen. Auf dem Weg nach Nova Levante sind wir auch noch in einen Stau geraten. Wir waren froh, als wir wieder zu Hause waren.
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Freitag, 08.09.2006  -  Schwarzhorn

Jochgrimm - Schwarzhorn - Jochgrimm
Höhenmeter: 490
Gipfelkreuz auf dem SchwarzhornIm Regen sind wir spät am Vormittag zum Jochgrimm gefahren. Wir wollten eine reine Wanderung unternehmen. Da wir 2005 auf dem Weißhorn waren, wollten wir dieses Jahr den gegenüberliegenden Berg besteigen, das Schwarzhorn. Wir hatten gehofft, es würde vor Ort nicht mehr regnen. Leider war dies nicht der Fall. Wir wollten dem Wetter eine Chance geben und sind erst einmal nach Cavalese gefahren und konnten uns so einmal einen echten italienischen Ort anschauen. Denn Welschnofen kommt eher einem Ort in Bayern nahe. Cavalese hatte uns sehr gut gefallen. Wir sind aber nur einmal durchgefahren. Es hatte aufgehört zu regnen und begaben uns wieder zurück zum Schwarzhorn. Wir hatten wirklich Glück, die Sonne kam einmal kurz heraus. Wir machten uns los und sind einsam zum Schwarzhorn gelaufen. Der schönere und bekanntere Berg ist das Weißhorn, wo die Massen hinströmen. Das Schwarzhorn sind vielleicht nicht so schön aus, aber von dort oben hatten wir einen herrlichen Blick auf das Weißhorn und die Dolomiten. Wir konnten sogar den Alpenkamm sehen. Der Aufstieg war sehr steil und geröllig. Es war teilweise gefährlicher als die Klettersteige, denn sichern konnten wir uns nicht. Wir mussten aber über wackelnde Steine ziemlich senkrecht nach oben. Kurz unterhalb des Gipfels sind wir auf eine Pärchen gestoßen, die offensichtlich nicht weiter nach oben konnten. Einen Weg gab es nicht richtig, so dass man ihn sich suchen musste. Knapp hinter uns waren zwei Männer, die den beiden erklärt hatten, das es nicht mehr weit war. So sind wir alle nach oben geströmt und haben es bis auf den Gipfel geschafft. Gerade mal eine Stunde hatten wir für den Aufstieg gebraucht. Es wehte ein eisiger Wind dort oben am Gipfelkreuz. Wir haben uns im Gipfelbuch verewigt und die Aussicht genossen. Beim Abstieg sind wir nur schleppend voran gekommen, weil Sirko die am Wegesrand stehenden Heidelbeeren unbedingt verspeisen musste. Am Parkplatz wieder angekommen sind wir zum Lavaze Joch gefahren und wollten dort in ein Restaurant. Zuerst aber haben wir uns an dem hiesigen See gesetzt, wo man gegen ein Entgelt angeln konnte. Leider fanden wir anschließend kein passendes Restaurant und sind so zurück nach Welschnofen gefahren, um dort uns eine Pizza zu holen. Dies war leider auch nicht von Erfolg gekrönt, da es erst wieder gegen 18 Uhr Pizza gab. Also sind wir am Abend erneut ins Restaurant gefahren, um uns eine Pizza zu gönnen. Hmm lecker.
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Samstag, 09.09.2006  -  Große Tschierspitze - Tschierspitze V

Grödner Joch - Große Tschierspitze - Tschierspitze V - Grödner Joch
Höhenmeter: 596
Kilometer: 3
Sweti an der Cir VAuf dem schmalen Gipfel der Tschierspitze VWeit ging es ins Landes Innere. Wir wollten an diesem Tag gleich zwei Klettersteige absolvieren. Es ging zum Grödner Joch, wo wir den letzten der wenigen Parkplätze ergattern konnten. Unser erstes Ziel war die Große Tschierspitze mit 2.597m. Es ging rund 420 Höhenmeter hoch bis zum Einstieg für den Klettersteig Gran Cir. Der Klettersteig kann als solches gar nicht benannt werden. Ist eher eine gesicherte Stiege. Sehr einfach und durchgehend mit Drahtseil gesichert. Ein Helm ist denoch empfehlenswert. Uns kam auch ein Kind mit Vater entgegen und später war eine ganze Familie dort unterwegs. Der Aufstieg war einfach und so gelangten wir schnell zum Gipfelkreuz. Dort bot sich uns, wie immer, eine grandiose Aussicht. Wir konnten sogar den Col Rodella sehen. Nach einer kurzen Pause ging es den selben Weg wieder hinunter. Am Ausgangspunkt wieder angelangt sind wir einer Querung gefolgt, so dass wir nicht wieder ganz nach unten mussten. Wir haben den Einstieg für den nächsten Klettersteig der Cir V gesucht und glaubten nach einem beschwerlichen Aufstieg, ihn gefunden zu haben. Aber ein Kletterer, der uns entgegen kam als wir unsere Ausrüstung wieder anlegten sagte uns, dies sei der Weg vom Abstieg. Wir hätten wieder bergab gemusst. Sirko hatte aber mal geprüft, ob wir nicht doch so zum Klettersteig kommen. Über einen sehr schmalen Grat fanden wir wirklich einen Einstieg und waren gleich an einer Leiter. Ganz einfach war der Klettersteig nicht, aber auch nicht so schwierig. Unterwegs kam mal eine Verschlusskappe von einer Kamera geflogen. Solange es aber nicht die Kamera ist, geht es ja noch. Das Gipfelkreuz der Tschierspitze auf 2.527m stand auf einer so kleinen Spitze, das nur maximal zwei Menschen darauf Platz hatten. Wir haben unsere Gipfelfotos gemacht, während andere Kletterer auf uns warten mussten und sind dann abgestiegen. Über viel Geröll ging es bergab und schließlich wieder zum Parkplatz.
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Panorama von der Tschierspitze

Sonntag, 10.09.2006  -  Sentiero attrezzato Attilio Sieff (Punta Polse Klettersteig)

Ziano di Fiemme - Zustieg - Klettersteig - Zustieg - Ziano di Fiemme
Höhenmeter: 500
Sweti hängt an der Punta PolseMir gefiel der Name des Klettersteiges so gut, das ich ihn unbedingt begehen wollte. Dafür sind wir sehr zeitig aufgestanden, da der Weg sehr weit war. Wir mussten nach Ziano di Fiemme. Lang haben wir einen Parkplatz gesucht. Da auf allen Parkschildern etwas auf italienisch standen wollten wir da lieber nicht parken. Irgendwann fanden wir aber ein Plätzchen und wir konnten uns zum Klettersteig auf machen. Auf asphaltierter Straße ging es in den Wald hinein. In Serpentinen mussten wir 400 Höhenmeter bewältigen. Anfangs war der Weg gut beschildert, dann mussten wir etwas suchen. Ein Drahtseil zeigte uns dann in den Einstieg zum Klettersteig. Wir waren ganz allein dort und konnten diesen in Ruhe begehen. Punta Polse war ein einfacher Klettersteig, wo wir einige Kletterübungen machen konnten. Es gab nur eine schwierige Stelle, ein Kamin, der sehr eng war. Helm ist jedoch dringend empfohlen da der Fels bröckelt auch ohne andere Bergsteiger. Die Aussicht am Gipfelkreuz war sehr schön und wir hatten den Gipfel für uns allein. Nach einer Pause sind wir schnell wieder abgestiegen und zum Auto gelaufen. Denn wir wollten noch zur Schupfenwanderung. Die Schupfenwanderung war eine Art "Fresstour" gewesen. Verschieden Schupfen(Schuppen und Heustadel) hatten geöffnet und wurden von der Bergwacht und anderen Vereinen betrieben. Es gab viele Köstlichkeiten und Attraktionen. Unser Problem war nur, einen Parkplatz zu finden. Haben schließlich unterhalb der Tschainer Hütte einen Parkplatz gefunden. Haben lecker gegessen und so ein Picknick im Grünen veranstaltet. Ein sehr gelungener Tag.
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Panorama auf der Punta Polse

Montag, 11.09.2006  -  Via Ferrata dei Finanzieri

Höhenmeter: 670
Kilometer: 5
Finanzieri KlettersteigUnser schwerster und letzter Klettersteig stand uns bevor, der Finanzieri-Klettersteig hinauf auf den Colac. Wir sind zeitig zur Ciampac Seilbahn nach Canazei gefahren. Mit der Seilbahn sind wir hinauf zur Bergstation gefahren. Den Weg zum Klettersteig mussten wir suchen wegen fehlender oder falscher Beschilderung, haben uns sogar verlaufen. Nach einigem Hin und Her fanden wir endlich den Einstieg zum Klettersteig. Wir legten unsere Ausrüstung an und begannen mit dem Aufstieg. Dieser Klettersteig war sehr schwierig. Steile Plattenrampen, teilweise naß und rutschig, da wir auf der Nordseite liefen. Ausgesetzte und luftige Passagen erforderten eine ordentliche Portion Mut. Teils überhängende Leitern machten den Klettersteig manchmal zu einem echten Problem für mich. Meine Arme taten weh vom festhalten, da es mich an den Leitern ständig in die Tiefe zog. Sirko beschwerte sich darüber, das ich kaum Fotos gemacht hatte. Dabei hatte ich so sehr mit meiner eigenen Sicherheit zu tun. Unterwegs brauchte ich einePuuuh geschaft auf den ColacPause und Sirko zwang mich, etwas zu essen. Mir war nur noch schlecht und ich hatte die Befürchtung, es nicht zu schaffen. Doch ich habe die Zähne zusammen gebissen und habe es auf den Gipfel des Colac mit 2.715m geschafft. Die Aussicht ins Contrintal war überwältigend. Noch nie habe ich solch einen Anblick gesehen. Letztes Jahr waren wir im Regen im Contrintal unterwegs, dieses Jahr haben wir es von oben im Sonnenschein gesehen. Nach einer langen Pause sind wir wieder abgestiegen. Der Abstieg auf der anderen Seite war ebenfalls ein Klettersteig, der schnell zu bewältigen war. Wir mussten noch einmal einen Anstieg bewältigen, bevor es nur noch bergab ging. An einer Hütte pausierten wir erneut und haben dort lecker gegessen. Zufrieden über unseren Erfolg des Via Ferrata dei Finanzieri sind wir mit der Seilbahn bergab gefahren und schließlich wieder nach Welschnofen. Dies war unser letzter und anstrengendster Tag.
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Dienstag, 12.09.2006

Unsere Abreise und Heimreise verlief ohne Probleme. Wir haben die Ferienwohnung bezahlt. Wir mußten für 14 Tage bezahlen und nicht, wie üblich, für 13 Nächte. Noch ein Punkt auf der Liste, diese Ferienwohnung nicht noch einmal aufzusuchen. Es war ein sehr schöner Urlaub mit vielen Erlebnissen, die den Alltag vergessen lassen.