Dolomiten 30.08.2006 - 15.09.2006

Donnerstag, 30.08.2007

Unser diesjähriger Jahresurlaub sollte entspannt beginnen. Da unsere Anreise nicht so weit war, sind wir erst spät aufgestanden und gegen neun Uhr losgefahren.

Das Ziel hieß Maierhöfen bei Isny. Leider war der Verkehr sehr stark auf den Autobahnen und so kamen wir nur stockend voran.

In Maierhöfen sind wir, wie letztes Jahr, zu einem Hotel gefahren. Denn am nächsten Tag hatten wir den Caterham Super Seven gemietet. Daher die zeitige Anreise. Zum Abendbrot sind wir ins Schnellrestaurant nach Isny gefahren. Anschließend ging es bald ins Bett, um für den nächsten Tag gerüstet zu sein.

Freitag, 31.08.2007  -  Caterham Super Seven

Heute war nun der große Tag. Wir konnten den Gutschein für Sirko endlich einlösen. Am frühen Morgen schauten wir argwöhnisch zum Himmel. Es schien die Sonne, leichte Nebelfelder ließen Bäume, Straße und Häuser nur schemenhaft erkennen. Die Wettervorhersage für diesen Freitag war aber nicht so gut. Gelegentlich sollte es regnen.

Nun gut, wir sind frohen Mutes nach Kempten zum Autoverleiher gefahren. Den Weg kannten wir ja noch vom letzten Jahr. Doch eine Baustelle irritierte uns etwa und wir hatten uns dann doch verfahren. Letztlich fanden wir unser Ziel und gingen gespannt in den Verkaufsraum. Ich hoffte inständig, dass es dieses Mal klappen würde. Und wir wurden auch nicht enttäuscht.

Wir wurden freundlich begrüßt und es folgte sogleich eine Endschuldigung für das Versehen im letzten Jahr. Gleich darauf zeigte sie uns den Caterham Super Seven. In einem schönen grün mit gelben Streifen sah er in der Halle wirklich klasse aus. Es erfolgten die Formalitäten, um den Caterham übernehmen zu können. Anschließend kam die Einweisung. So ein Auto ist nicht leicht zu fahren und es bedarf auf jeden Fall einer Einführung. Z.b. wo der Blinker ist, es gibt keine Servolenkung oder ABS. Der ganze technische Fortschritt von modernen Autos ist nicht vorhanden. D. h. Fahrvergnügen pur. Unser Auto war ein Cabrio, das aber mit ein paar Griffen ein Dach aufgesetzt bekommen kann. Dann allerdings ist es schwierig, hinein zu kommen. Denn wir mussten in das Auto hinein steigen und mit Dach ist dies ein sehr schwieriges Unterfangen.

Caterham Super Seven Als das Auto auf den Hof geschoben wurde, fing es sogleich an zu leuchten in der morgendlichen Sonne. Die Vorfreude war Sirko in das Gesicht geschrieben. Nach einer Stunde ging es endlich los. Sirko war der Fahrer und begann damit, das Gefühl für das Auto zu bekommen. Etwas stockend sind wir vom Hof herunter gefahren. Doch relativ schnell hatte Sirko das Auto im Griff. Es ging zuerst zur Autobahn. Bereits auf der Fahrt durch Kempten waren wir der Hingucker, die Leute drehten sich alle regelmäßig nach uns um.

Auf der Autobahn musste Sirko so richtig Gas geben. Die Windschutzscheibe von diesem Auto war nicht sehr hoch, so dass der Wind mir ziemlich zu schaffen machte. Bei einer Bodenfreiheit von gerade mal 10 cm zum Asphalt kam mir der Caterham wie ein Geschoß vor. Lang dauerte die Fahrt auf der Autobahn nicht und wir sind bei der Abfahrt Oy-Mittelberg auf die Landstraße gewechselt. Unser erstes Ziel war Jungholz. Es heißt, dass ein Jeder, der mit steuerberatenden Berufen zu tun hat, einmal zur Tiroler Enklave gefahren sein muss. Jungholz ist wohl nur über deutsches Staatsgebiet (Bayern) zu erreichen mit dem Auto, obwohl es zu Österreich gehört. Darum ist die Gemeinde deutsches Zollanschlussgebiet (siehe Kleinwalsertal) und hat sowohl eine deutsche als auch eine österreichische Postleitzahl.

Dort angekommen machten wir eine kleine Pause, bevor es weiter ging nach Tannheim, ins Lechtal und nach Stanzach. Wir suchten uns eine ruhige Ecke und fuhren ins Namenloser Tal. Hier konnte Sirko die Kraft des Autos richtig ausfahren. Die Kehren kamen wir ohne Probleme hoch und runter, der Motor strotze nur so vor Energie und der Sound war überwältigend. Da wir kaum Verkehr hatten, war dies eine einzige Freude.

Wir umrundeten den Plansee und fuhren zum Schloß Linderhof, wo wir aber nur kurz verweilten.

Nach der Forggenseeumrundung wollten wir noch nach Lindau am Bodensee. Doch die Zeit war schon weit fortgeschritten und die Wolkendecke wurde immer dichter. So sind wir wieder nach Kempten zurück gefahren.

Sirko hatte nach der Fahrt ein schmerzendes Knie zu vermelden, da die Kupplung des Caterhams sehr schwer ging.

Der Tag war sehr gelungen gewesen und für Sirko ein grandioses Erlebnis.
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Samstag, 01.09.2007  -  Anreise nach Vigo di Fassa

An unserem Abreisetag haben wir etwas ausgeschlafen und genüsslich gefrühstückt. Nach dem auschecken haben wir unsere Lebensmittel für Italien besorgt und sind anschließend zu unserem eigentlichen Urlaub aufgebrochen.

Wegen einiger Umleitungen haben wir länger gebraucht, als veranschlagt war. Auf der Brennerautobahn sollte Stau sein, also sind wir auf die Staatsstraße abgebogen. Über 90 km haben wir uns gequält, und doch nie den angeblichen Stau gesehen. Tja, da wollten wir mal schlau sein und dann so was.

Irgendwann haben wir es nach Vigo di Fassa geschafft und haben unsere Ferienwohnung bezogen.

Sonntag, 02.09.2007  -  Santnerpass-Klettersteig

Pera Busstation - Gardeccia Hütte - Tschager Joch - Santnerpass - Gartlhütte - Vajolethütte - Gardeccia Hütte - Pera Busstation
Höhenmeter: 1367  Profil anzeigen
Kilometer: 15
Gesamtzeit: 8:30h

Für unsere erste Wanderung in diesem Urlaub mussten wir wieder zeitig aufstehen. Wir wollten den Santnerpass Klettersteig noch einmal absolvieren, um uns an die Höhe und den Klettersteig zu gewöhnen.

Bereits um 07:10 Uhr waren wir mit frühstücken fertig und sind zur Busstation nach Pera gefahren, nur ein paar Minuten von unserer Wohnung entfernt. Die Haltestelle war bei einer Sesselliftbahn, wodurch die Parkplätze im laufe des Tages immer rarer werden. Aber wir waren früh am Morgen da und hatten so keine Probleme.

Von dort aus fährt ab 7 Uhr bis 19 Uhr aller 20 min ein kleiner Bus zur Gardeccia Hütte und zurück. In Stoßzeiten fahren alle fünf Minuten die Busse. Wir zahlten für uns beide 14 € für Hin- und Rückfahrt. Um 07:40 Uhr fuhr der Bus hinauf zur Hütte auf 1.950m und um 8 Uhr begann unsere erste Wanderung.

Sweti in den DolomitenDieses Jahr wollten wir den Klettersteig von der anderen Seite beginnen, sonst ist es ja langweilig. Es ging hinauf zum Tschager Joch auf 2.630m. Der Weg war sehr anstrengend, da es 2h lang teilweise steil bergauf ging. Und am ersten Tag waren wir noch nicht an die Höhenmeter gewöhnt.

Am Tschager Joch angekommen hatten wir einen fantastischen Blick auf den Rosengarten. Wir ruhten uns kurz aus, bevor es auf der anderen Seite des Passes wieder hinab ging. Hier wurden neue Holztreppen mit Geländer und schönen Schnitzereien aufgestellt. Das war letztes Jahr noch nicht. Nach einer Weile stießen wir auf den Weg, der zur Rosengartenhütte hinunter führte. Von da kamen bereits sehr viele Wanderer, die dasselbe Ziel hatten wie wir. Es ging wieder 200hm hinauf zum Einstieg des Santnerpass Klettersteiges. Wir haben uns umgezogen und unsere Helme aufgesetzt. Lord und Lady Helmchen waren wieder einsatzbereit.

Der Klettersteig war relativ einfach, u.a. auch deshalb, weil keine Altschneereste mehr lagen. Wir kannten ihn nun schon vom letzten Jahr und wussten, wo es etwas schwierig werden könnte. Wir haben aber alles sehr gut gemeistert und waren dieses Jahr schneller an der Santnerpass Hütte auf 2.734m. Die Hütte war nun fertig gestellt und wir konnten dort eine kleine Rast einlegen.

Weiter ging es hinab zur Gartl Hütte bei den Vajolettürmen. Blick auf die VajolettürmeWir kehrten dort ein und haben lecker gegessen, bevor es weiter hinab ging zur Vajolet und Preuß Hütte. Wir wussten, wie schlecht der Abstieg zu den Hütten war. Über Felsbrocken, teil mit einem Drahtseil gesichert, ging es steil begrab. Manche Wanderer hatten noch das Klettersteigset um und haben sich gesichert, Wir mussten manches Mal warten, bis es bei dem vielbegangenen Weg endlich weiter ging. Das war eigentlich der schlimmste Teil unserer Wanderung.

Bei den Hütten angelangt holten wir uns für unser Büchlein einen Stempel und haben eine kurze Pause eingelegt. Anschließend ging es den riesigen Touristenweg bergab zur Gardeccia Hütte. Mit dem Bus sind wir zurück nach Pera gefahren.

Die Wanderung zeigte uns auf, das wir dieses Jahr womöglich mehr Höhenmeter schaffen würden als letztes Jahr. Ein gelungener Start bei gutem Wetter.


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Ausblick vom Tschager Joch

Montag, 03.09.2007  -  Lino Pederiva Weg

Talstation Pozza di Vassa Buffaure - Sesselbahn Col de Valvacin - Wanderweg 613 - Sella Brunec - Pederiva Klettersteig - Forcia Neigra - Sella Brunec - Bahnstation
Höhenmeter: 919  Profil anzeigen
Kilometer: 10,4
Gesamtzeit: 7:10h

Dieser Tag sollte ein Ruhetag sein. Sirko hat mich erst um 7 Uhr geweckt und eine Stunde später sind wir nach Pozza di Fassa zur Talstation der Buffaure Bahn gefahren. Mit der Kabinenbahn, die 25€ für beide Berg- und Talfahrt gekostet hatte, ging es bequem hinauf. An der Bergstation angelangt, liefen wir ein paar Meter weiter zum Sessellift. Da dies ein Ruhetag war, wollten wir alle Möglichkeiten des bequemen Wanderns nutzen.

Unterwegs auf grünen Hügeln Wir folgten dem Wanderweg 613 und liefen auf einem schmalen Grat die Berge hoch und runter. Uns bot sich ein fantastischer Ausblick auf das Panorama der Berge. Auf der linken Seite waren grüne Hügel zu sehen, die bis zum Horizont reichten. Auf der rechten Seite sahen wir die schroffen Felsformationen der Dolomiten.

Sehr lange Zeit folgten wir dem Weg und fragten uns, wo denn der Klettersteig beginnen würde. Bis wir vor einer engen Stelle standen, wo es rechts steil abwärts ging, der Weg sehr schmal war und an der linken Seite ein Drahtseil zur Sicherung diente. Tja, das Drahtseil war nicht überflüssig. Der gesicherte SteigAber die schmale Passage war nur ein paar Schritte lang und es lohnte nicht, das Klettersteigset heraus zu holen. Etwa vier Mal gab es solche Stellen, dann war der Klettersteig auch schon zu ende. Also ist der Lino-Pederiva-Klettersteig nur ein gesicherter Steig und wir haben unsere Ausrüstung umsonst mitgenommen. Konnten wir vorher nicht wissen.

Wir folgten dem Weg nach einer längeren Pause, umrundeten eine Berggruppe und kamen am Colac vorbei. Letztes Jahr hatten wir da den Klettersteig Via ferrata die Finanzieri absolviert. Auf einer großen Wiese sahen wir ein paar Murmeltiere und setzen uns, um etwas zu entspannen. Wir hatten einen sehr schönen Blick auf den Colac, die Boe-Gruppe und die Ciampac Bahn. Da wären wir gern länger geblieben, aber die Zeit drängte und wir mussten weiter. Auf dem Rückweg kam noch einmal ein steiler Anstieg, bevor es zur Sesselbahn zurückging.


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Grandiose Ausblicke

Dienstag, 04.09.2007  -  Ruhetag

Nun mal ein wirklicher Ruhetag.

Mittwoch, 05.09.2007  -  Sas Aut

Vigo di Fassa - Sas Aut - Vigo di Fassa
Höhenmeter: 1490  Profil anzeigen
Kilometer: 12,5
Gesamtzeit: 8:30

Herausforderung vor der Haustür der Sas Aut Der heutige Tag war unserem Hausberg Sas Aut gewidmet. Sasi, wie er auch liebevoll genannt wird, stand direkt vor unserer Ferienwohnung. Schon am Anreisetag haben wir ihn bewundert. Als die Sonne unterging, leuchtete ein Gipfelkreuz auf als wolle es uns zu sich nach oben einladen. Dieser Einladung wollten wir nun folgen.

Da der gestrige Tag ein Ruhetag war, haben wir mit frischen Kräften die fast 1.500 hm in Angriff genommen.

Früh sind wir aufgestanden und bei bedecktem Himmel losgelaufen. Wir mussten dieses mal nicht mit dem Auto fahren. Es ging über die Straße und hinunter zum Fluß. Es war sehr kalt an diesem Morgen, gerade mal 5°C. Wir sind über den Parkplatz eines Hotels hinunter zum Fluß gekommen und da über eine Brücke gelaufen.

Rechts ging der Weg 630 steil bergauf. Durch den Wald folgten wir dem Trampelpfad und konnten hin und wieder einen Blick auf Vigo di Fassa werfen, wenn sich der Wald lichtete.

Nach einer geraumen Weile kamen wir an einer großen Schutzhütte vorbei, wo sich zwei Wege kreuzten. Wir überlegten lang, wo es denn nun weiter ging. Schließlich sind wir nach links abgebogen und folgten dem Weg 637. Es ging weiter steil hinauf durch den Wald. Wir trafen auf den Weg, dem wir auf dem Rückweg folgen wollten. Dieser war aber auf Grund einer abgegangenen Mure nicht mehr passierbar und war gesperrt. Wir nahmen dies zur Kenntnis und folgten weiter unserem Weg. Dieser war teils sehr steil und eng, so dass wir über die Felsen krabbeln mussten.

Schließlich lichtete sich der Wald und wir liefen teils über große Brocken. Das Wetter verschlechterte sich und es begann zu schneien. Nach einer Weile hörte es auf, um wenige später wieder zu beginnen. Der Wind entwickelte sich weiter zu einem Sturm, der Schneefall wurde stärker. Die Temperatur sank auf unter Null Grad, das Wasser begann in und an den Flaschen zu gefrieren.

Frierend im Erdloch Wir schafften es schließlich, über das Geröll und die engen steilen Wege bis zum Grat. Aber dort erwischte uns der eisige Schneesturm. Wir konnten uns kaum noch auf den Beinen halten. Der Wind pfiff uns um die Ohren, der Schnee blieb überall hängen. Wir konnten den Berg nicht mehr überblicken, die Sichtweite sank dramatisch. In einer Erdkuhle suchten wir Schutz und klammerten uns aneinander. Wir überlegten fieberhaft, was wir denn nun machen sollten. Das Gipfelkreuz war keine zehn Minuten mehr von uns entfernt. Doch wir hätten über den schmalen Grat laufen müssen. Dazu kam, dass ich meine Hände und Füße kaum noch spürte. Es war einfach nur eisig. Sirko entschied deshalb, umzukehren.

Der Rückweg war teilweise schlimmer als der Aufstieg. Der Weg war verschneit, die Tritte kaum noch zu sehen. Die Nebelfelder zogen an uns vorbei und ersparten uns so den Blick in die Tiefe. Immer wieder kamen starke Windböen auf, so dass wir uns an den Fels klammern mussten, um nicht abzustürzen. Ein paar gefährliche Passagen, die sehr rutschig waren, wurden nun lebensgefährlich. Sirko holte eine Bandschlaufe heraus, wo an jedem Ende ein Karabiner befestigt war. Ich ging vor und hielt mich daran fest, während Sirko versuchte, mich so zu sichern.

Nach einer halben Ewigkeit waren wir endlich wieder an der Schutzhütte angelangt. Es hatte mittlerweile aufgehört zu schneien und wir setzen uns auf eine Bank und machten eine kurze Pause. Nach dem Schneesturm hatten wir einen wunderbaren Blick auf die Dolomiten, die nun komplett verschneit waren. Ein grandioser Anblick.

Als es erneut zu schneien begann, machten wir uns weiter auf den Rückweg. In Vigo di Fassa angekommen stellten wir fest, dass es hier weder geschneit noch geregnet hatte. Als wäre nichts geschehen schien die Sonne. Der Sasi war aber verschneit und es zog sich dann wieder zu.


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Erster Schnee in den Dolomiten

Donnerstag, 06.09.2007  -  Dona und Duron-Tal

Fontanazzo (1.382m) - Fossaz (1.964m) - Fator (2.146m) - Camerloi (2.200m) - Ciaregole-Pass (2.282m) - Malga Miravalle (1.890m) - Rif. Micheluzzi (1.860m) - Fontanazzo (1.382m)
Höhenmeter: 1200  Profil anzeigen
Kilometer: 17
Gesamtzeit: 7:15

Obwohl es sehr kalt war, wollten wir diesen Tag trotzdem wandern gehen.

Nach dem Frühstück sind wir nach Fontanazzo aufgebrochen und haben neben einer Bushaltestelle auf einem kleinen Parkplatz unser Auto abgestellt. Gegen halb neun Uhr begann unsere Wanderung. Mützchen aufgesetzt, denn es war sehr eisig. Wir liefen die Straße hinab und sind rechts eingebogen zum Wanderweg 577. Es ging bergauf und vorbei an einer Koppel mit Ziegen. Ein Schaf allerdings befand sich außerhalb der Weide und kam zutraulich zu uns gelaufen. Wir kraulten es ein wenig und setzten unseren Weg fort. Das Schaf folgte uns aber auf den immer steiler werdenden Weg. Sirko munkelte, wir könnten es doch als Reittier benutzen. Doch das hatte das Schaf wohl gehört und es kehrte lieber wieder um. Sehr schade für uns.

Wir folgten dem mit Pflastersteinen versehenen Weg, eine echte Qual, bis wir aus dem Wald kamen und der Dona-Bach nun unser Begleiter wurde. Es ging vorbei an den ersten Heustadeln von Fossaz und Fator, entlang ausgedehnter Wiesen zur Ortschaft Camerloi. Die Ortschaft bestand aus gerade mal vier oder fünf Häusern. Eigentlich wollten wir auf einen berg hinauf und zum Ponsin Gipfelkreuz. Aber wir fanden einfach den Weg nicht und sind unserem weiter gefolgt. Der Weg 578 brachte uns schließlich hinauf zum Ciaregole-Pass. Der Wind wehte uns eisig um die Nase und manches Mal war es einfach nur kalt an die Finger. Der Himmel war Wolken verhangen, Temperaturen bei Null Grad. Die Pfützen auf unserem Weg waren alle vereist und es lagen noch viele Schneereste.

An einer windgeschützten Stelle haben wir uns hingesetzt und eine Pause gemacht. Am Pass haben wir dann auch den Weg zum Gipfelkreuz des Ponsins gefunden. Doch da hätten wir viele Kilometer in die falsche Richtung laufen müssen und wieder zurück. Auf Grund der schlechten Wetterbedingungen haben wir dies nicht getan. Das Dona-Tal wäre landschaftlich sehr schön gewesen, wenn wenigstens hin und wieder die Sonne herausgekommen wäre. Leider tat sie uns nicht den Gefallen.

Nach der Pause liefen wir die andere Seite des Passes hinab und ins Duron-Tal. Entlang von vereisten Bächen sind wir durch das wunderschöne Duron-Tal gelaufen, eine herrliche Hochtalwanderung. Der Weg 532, einer riesiger Touristenpfad mit vielen kleinen alten Häusern, brachte uns zum Rifugio Micheluzzi. Wir liefen an der Hütte vorbei und hinab zum Fluß, wo wir über eine kleine Brücke auf die andere Seite des Ufers gelangten. Es ging wieder steil nach oben und in den Wald hinein. Wir suchten nun einen Forstweg, den wir aber nicht fanden. Wir sind zu zeitig abgebogen und der Weg war auf einmal zu Ende. Also sind wir dem Instinkt nach gelaufen und über einen Waldabhang bergab gestiegen. Wir ziemlich rutschig gewesen, aber irgendwann sind wir auf unseren Weg wieder gestoßen. Schließlich sind wir wieder in Fontanazzo sicher angekommen.

Bei Sonnenschein wäre die Wanderung besser gewesen, aber es hat nicht geschneit oder geregnet und wir waren warm angezogen.


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Eisiger Wind auf grünen Hügeln

Freitag, 07.09.2006  -  Fassaner Höhenweg

Pera -Rifugio Campedie - Rifugio Negritella - Rotwandhütte - Rifugio Negritella - Rifugio Campedie - Pera
Höhenmeter: 512  Profil anzeigen
Kilometer: 8
Gesamtzeit: 3:30

Unser letzter Tag im Fassatal sollte eine einfache, ruhige Wanderung werden. Früh am Morgen sind wir nach Pera gefahren und haben dort unser Auto geparkt. Anschließend ging es mit drei Sesselbahnen hinauf auf 2.000m. Für Berg- und Talfahrt haben wir beide 12€ bezahlt.

Wir kamen bei der Rifugio Campedie an, wo bereits sehr viel Touris waren. Der Fassaner Höhenweg ist sehr beliebt, zumal es auch einen breiten Touristenweg gibt. Wir folgten den Massen und liefen zur Rifugio Negritella hinab auf dem Weg 545. Anschließend ging es auf dem breiten Weg weiter. Rechts ging ein Weg hinab in den Wald, dem wir bergauf folgten. Der Weg bot uns ein wunderschönes Panorama auf die Dolomiten und war auch relativ einfach.

Nach geraumer Weile verließen wir den Wald und kam auf eine Freifläche, von wo aus wir unser Ziel, die Rotwandhütte, sehen konnten. Murmeltiere kreuzten unseren Weg, sehr zahlreich in diesem Jahr. Der Schlussanstieg war etwas beschwerlicher, aber sonst nicht weiter schwierig.

An unserem Ziel angekommen erwarteten uns bereits Hunderte Wanderer. Die Rotwandhütte auf 2.280m war brechend voll. Wir suchten uns oberhalb der Hütte ein etwas ruhigeres Plätzchen und hielten ein wunderschönes Picknick ab. Den Lärm der Touris, von Scheintode bis durchtrainierte Rentner, konnten wir nicht ganz ausblenden. Dennoch konnten wir das Panorama der Dolomiten im Sonnenschein genießen. Der kühle Wind sorgte dafür, das es nicht zu warm wurde. Bei der Rotwandhütte liegt auch der Klettersteig zur Punta Masare und Rotwand, den wir letztes Jahr gegangen sind. Da kamen wieder Erinnerungen hoch.

Nach einer ganzen Weile machten wir uns auf den Rückweg, der wirklich sehr einfach war. Wir hatten sehr viel Spaß bei dieser Wanderung, die ideal als Ruhetag geht.

Zu Hause angekommen mussten wir unsere Sachen packen, da wir am Samstag zu unserem zweites Urlaubsziel fahren wollten.


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Aussicht bei der Rotwandhütte

Samstag, 08.09.2007  -  Umzug nach Sexten

Abreisetage sind nie schön, denn wir mussten alles wieder zusammen packen und ins Auto räumen. Wir bezahlten unsere Ferienwohnung beim italienischen Vermieter. Er sprach leider fast kein deutsch. Das Problem hatten wir in Vigo di Fassa generell. Kaum über den Karerpass gefahren, schon ist man wirklich in Italien angekommen. Wir sind des italienisch gar nicht mächtig, wodurch man sich mit Händen und Füßen verständigen musste.

Wir wurden ganz herzlich verabschiedet und sind am späten Vormittag nach Sexten aufgebrochen. Es ging über den Fedeiapass und den Pass Falzarego. Für mich die Fahrt die reinste Tortur. Mir wurde durch die Kehren so schlecht, das wir unbedingt eine Pause einlegen mussten. Schleppend ging es dann weiter voran, bis wir Sexten und anschließend den kleinen Ort Moos erreicht hatten.

Unsere Wohnung in der Villa Maria war leider nicht so schön wie die in Vigo di Fassa. Sehr klein, die Wohnküche war mit drei Schritten zu messen, wir konnten zu zweit kaum uns drehen. Des weiteren war es eine Kellerwohnung, was ich nicht wusste. Der Blick aus dem Fenster beschränkte sich auf die Wiese des Gartens, wo eine riesige Spinne auf Augenhöhe vor mir vorbei lief. Wenn ich mich verengte, konnte ich sogar etwas von einem Berg sehen. Die Aussicht also gleich Null. Dafür hatten wir aber Heizung inklusive, die wir in Vigo di Fassa mit 10€ pro Tag extra bezahlen mussten. Die Wohnung war sauber und es fehlte an sich sonst nichts weiter. Vor allem war sie sehr günstig, wodurch wir überlegten, die Wohnung noch einmal zu nehmen.

Wir packten unsere Sachen in die Schlafstube, der einzig große Raum und planten die Tour für den nächsten Tag.


Sonntag, 09.09.2007  -  Strada Delghi Alpini

Rotwandwiesenhütte - Rotwandköpfe - Elferscharte - Alpinisteig - Rifugio Comici (Zsigmondyhütte) - Talschlusshütte - Fischleintalhütte - Parkplatz Rotwandbahn
Höhenmeter: 1326  Profil anzeigen
Kilometer: 19

Heute wollten wir einen der berühmtesten Klettersteige in den Sextener Dolomiten begehen. Am Vortag schauten wir nach den Öffnungszeiten der Kabinenbahn Croda Rossa. So wussten wir, das diese erst ab halb neun Uhr morgens geöffnet hatte. Die Kosten lagen bei 12 € für uns beide für die Bergfahrt.

Wir waren pünktlich an der Talstation und mussten mit Erschrecken feststellen, das eine riesige Gruppe Rentner an der Bahnstation wartete. Der große Tätzelwurm teilte sich in Grüppchen und stieg in die Kabinenbahn. Darum war unsere Kabine auch voll besetzt, wodurch die Bahn doch sehr wackelte. Die Fahrt dauerte ungewöhnlich lang.

Der Schattenriss des Alpinisteigs Oben angekommen, aktivierten wir unsere Zwuschi und begannen unsere Wanderung. Von der Rifugio Rudi sind wir dem Weg 100 erst hinab und dann immer steil nach oben gefolgt. In den Wald hinein und dann auf einem Grat immer weiter bergauf. Es ging auf Treppen hinauf. An einer kleinen Kreuzung ging es links zur Sextener Rotwand, wo lang die meisten Wanderer gelaufen sind. Wir sind dem rechten Pfad hinab gefolgt. Mehrere Höhenmeter sind wir abgestiegen, um dann entweder über die Sentienellascharte oder die Elferscharte wieder hinauf zu steigen. Da wir aber nicht den genau Verlauf der Sentienellascharte kannten und viel Eis zusehen haben wir uns für die Elferscharte entschieden. In Kehren war dieser Weg noch zu ertragen. Die letzten zweihundert Meter aber mussten wir uns den Weg suchen über große Felsbrocken und viel loses Geröll. Dies war sehr anstrengend und wir waren sehr dankbar, als wir oben angelangt waren auf 2.610m. Hier war auch der Einstieg für den Alpinisteig. Wir zogen uns um, legten die Klettersteigausrüstung an und begann mit dem Steig auf Weg 101.

Dieser war wirklich sehr einfach. An sich ist der Alpinisteig mehr eine Wanderung, als ein Klettersteig. Hin und wieder war ein Drahtseil vorhanden und manchmal war es auch sinnvoll. Wir sind den Alpinisteig bergab gegangen, wodurch es eine einfache Wanderung war. Es ging vorbei am Elferturm und dem Äußeren Loch. Natürlich haben wir auch den berühmten Schattenriß gesehen, eine Einkerbung im Fels. Schon allein deshalb wollte ich diese Wanderung machen. Der Alpini ist ein sehr langgezogener Klettersteig. Er führte immer am Fels entlang und manchmal war der Weg nicht breiter als ein paar Zentimeter. Der Abgrund lag immer direkt neben unseren Füßen. Also Schwindelfreiheit und Trittsicherheit waren hier unerlässlich.

Nach dem wir das Innere Loch passiert hatten, war wir am Ende des Alpinisteigs angelangt und haben unsere Ausrüstung wieder abgelegt. Besonders schön war die luftige Trasse an der Westflanke des Zsigmondygrates.

Nach einer kurzen Pause ging es hinab zum Eissee. Dieser war aber leider kaum noch vorhanden. Der Weg ging weiter bergab, um dann, Gemeinerweise, wieder bergauf zur Zsigmondyhütte zu führen auf 2.241m. Dort haben wir lecker gegessen in der Hütte. Die Bänke außerhalb waren bereits alle besetzt gewesen.

Der Weg 103 führte uns schnellen Schrittes hinab zur Talschlußhütte, wo uns immer mehr Touris begegneten. Wir überquerten den Altensteiner Bach und kamen zur Fischleinbodenhütte. Auf einer asphaltierten Straße ging es hinab nach Bad Moos und zum Parkplatz der Rotwandbahn.

Ein wunderschöne, aber auch lange Wanderung. Doch unbedingt empfehlenswert.


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Wie im Paradies Sonne, blauer Himmel, Berge

Montag, 10.09.2007  -  Karnischer Höhenweg

Sexten St. Veit Helm Bahn - Helm Restaurant (2.041m) - Hahnspielhütte - Helm (2.434m) - Sillianer Hütte (2.447m) - Hornischegg (2.550m) - Hahnspielhütte - Helm Restaurant (2.041m) - Helm Bahn Sexten St. Veit
Höhenmeter: 739  Profil anzeigen
Kilometer: 11,5
Gesamtzeit: 3:20

An unserem Ruhetag wollten wir eine einfache Wanderung machen. Wir entschieden uns für den karnischen Höhenweg, eine Augenweide für jeden Wanderer.

Wir sind nach Sexten St. Veit gefahren und mit der Massenkabinenbahn, für 21,20 € Berg- und Talfahrt für uns beide, hinauf zum Helm Restaurant auf 2.041m gefahren. Es war noch so früh am morgen, das wir fast allein waren. So hatten wir den Höhenweg für uns und konnten in aller Ruhe den fantastischen Ausblick auf die Dolomiten genießen. Monte Elmo Der Weg Nr. 4, eine breite Touristenhieve, brachte uns vorbei an der Hahnspielhütte, die aber noch nicht geöffnet hatte. Bei strahlendem Sonnenschein, aber sehr kalten Wind, haben wir den steilen Aufstieg zur Aussicht Helm (Monte Elmo auf 2.434m) in Angriff genommen. Der Aufstieg hatte sich gelohnt. Wir hatten eine hervorragende Aussicht auf die italienischen Dolomiten auf der einen Seite und Österreich auf der anderen Seite. Der karnische Höhenweg verläuft genau auf der Grenze der beiden Länder, so dass wir mal in Italien, mal in Österreich gewandert sind. Wir genossen die Einsamkeit und Ruhe und machten eine kleine Pause. Da ich sehr luftig bekleidet war, da es doch warm werden sollte, benötigte ich Sirkos Regenjacke und Mütze. Der Wind war wirklich eisig und sehr stark.

Wir stiegen wieder bergab und begegneten bereits den ersten Touris mit feiner Bluse und dünnen Schühchen, die sich mehr als abmühten die paar Höhenmeter hochzukommen. Aber wir wollen mal nicht lästern, jeder hat mal klein angefangen.

Die Sillianer Hütte Es ging vorbei an der Schafalm auf italienischer Seite und dem Füllhorn auf der österreichischen Seite hinauf zur Sillianer Hütte auf 2.447m. Diese gehörte zu Österreich und dementsprechend war das Essen dort nicht so teuer. Wir haben uns dort lecker Kuchen gegönnt und sind weiter bergauf gelaufen, als die Touris zuviel wurden. Obwohl es doch sehr lustig war, den Touris beim etwas steilen Anstieg zur Sillianer Hütte zu beobachten.

Es ging vorbei an den Überresten von Militärstellungen und hinauf zum Hornischegg auf 2.550m. Hier tummelten sich bereits einige Wanderer und genossen dort oben ihre Zigarette. Wobei ich hier anmerken muß, das auf italienischen Berghütten absolutes Rauchverbot herrscht, in Österreich aber nicht.

Wir suchten uns ein rauchfreies Plätzchen und bewunderten die Natur. Nach einer längeren Pause ging es wieder bergab und wir besuchten die militärische Stellung, an der wir vorbei gegangen waren. Sehr interessant wie die Soldaten damals gelebt haben in dieser Höhe und auch im Winter. Viele Namen waren in die Wände eingemeißelt, die jedoch in den sechziger Jahren da waren.

Unser Weg zurück war geprägt von vielen, vielen Touris, die nicht immer den Weg frei machen wollten. Leider haben auch die Bergbahnen von 12 Uhr bis 14 Uhr Mittagspause und wir mussten an der Bergbahn warten. Pünktlich um 14 Uhr öffneten sich wieder die Tore und wir sind hinab zu unserem Auto gefahren.


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Blick über den karnischen Höhenweg

Dienstag, 07.09.2006  -  Ruhetag

Schloss Bruck in Lienz Sirkos Schuhe waren sehr naß von den Wanderungen, so dass wir uns entschlossen haben, an diesem tag gar keine Wanderung zu gehen. Wir wollten ursprünglich nach Cortina d'Ampezzo, entschieden uns aber dagegen. Da wir lange schlafen wollten und Cortina schon ein paar Kilometer entfernt war hatten wir gerechnet, das wir nicht vor 11 Uhr da sein würden. Aber um 12 Uhr ist da alles zu, Essen bekommt man auch nur bis maximal 14 Uhr. Das lohnte sich ja gar nicht. Also sind wir nach Österreich gefahren. Lienz war nicht weit von uns entfernt und wir dachten uns, vielleicht finden wir da ein Fastfoodrestaurant. Eigenartigerweise haben wir, sobald wir außerhalb von Deutschland sind, Hunger auf einen Burger oder sogar Döner. Ist doch schlimm, diese Abhängigkeit.

In Lienz haben wir einen Hinweis auf eine Burg gesehen und sind dem nachgefahren. Die Burg Bruck sah sehr schön aus von Außen, doch beherbergte sie ein Museum, aber keine alten Möbel. Etwas ernüchtert gingen wir wieder hinaus und fuhren in das Stadtzentrum. Dann fanden wir tatsächlich ein goldenes M und haben uns dort versorgt. Eines stimmt bei denen aber nicht: Der Burger schmeckt in jedem Restaurant gleich. Denn in Österreich hat es nicht so geschmeckt.

Schließlich sind wir noch ins Zentrum gelaufen und haben uns die Geschäfte angeschaut. Lienz ist eine sehr schöne Stadt und auf jeden fall einen Besuch wert.

Auf dem Rückweg sind wir an einem Supermarkt in Sillian vorbeigekommen. Der MPreis war ein sehr schicker Laden und wesentlich günstiger als die in Italien. Wir kauften gleich ein paar Sachen ein und fuhren über Innichen wieder zurück nach Sexten Moos.


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Mittwoch, 12.09.2007  -  Sextner Rotwand Klettersteig

Bergbahn Croda Rossa - Rotwandwiesenhütte - Rotwandköpfe - Klettersteig - Rotwandköpfe - Rotwandwiesenhütte - Bergbahn Croda Rossa
Höhenmeter: 1183  Profil anzeigen
Kilometer: 10

An diesem Tag wollten wir den Zehner der Sextener Sonnenuhr, die Rotwand, bezwingen. Wir sind wieder nach Bad Moos gefahren und mit der Bergbahn hinauf zur Rifugio Rudi (1.914m) gefahren. Wir sind dem selben Weg gefolgt wie zum Alpinisteig. Nur sind wir an der Kreuzung dem linken Pfad gefolgt, der steil bergauf ging. Nach 476 hm hatten wir den Anfang vom Klettersteig erreicht und haben uns ungezogen. Der Klettersteig war nicht so schwierig. Bei ein paar Stellen, wo wir senkrechte Wände lang hoch mussten, war das Drahtseil gut angebracht. Problematisch waren mehr die Wege, die nicht gesichert waren. Teilweise extrem geröllig, so dass wir manches mal ins rutschen gerieten. Der Abgrund war immer allgegenwärtig und wir hatten teilweise nur sehr kleine Tritte oder mussten eine fast senkrechte Wand ohne Sicherung hinauf. Dieses ständige bergauf, bergab und die Kletterei machten mir sehr zu schaffen. Ich hatte große Befürchtungen, das ich unser Ziel nicht erreichen würde.

Sweti hängt in der Wand Nach einer geraumen Weile kamen wir zu halbzerstörten ehemaligen Kriegstellungen, wo wir eine Pause einlegten. Nach der Pause raffte ich mich noch einmal auf und sah den weiten Weg vor meinen Augen. Irgendwie habe ich es geschafft und bin bis zum Gipfelkreuz auf der Sextener Rotwand (2.936m) gekommen, das unterhalb der Rotwandspitze steht. Hier machten wir eine längere Pause und unterhielten uns mit einem "Artgenossen".

Wir gingen den selben Weg wieder zurück. Eigentlich wollten wir über den Burgstall zurück, ebenfalls ein Klettersteig. Doch bei der Bergstation hing ein Zettel, das auf Grund hoher Schlagsteingefahr dieser Weg gesperrt sei. Wir nahmen das zur Kenntnis und haben ihn gemieden. Bergab war der Weg fast noch gefährlicher. Beim Klettersteig, als ich schön an der Wand hing, hatten Wanderer von oben plötzlich Steinschlag ausgelöst. Sirko, der weit unter mir war, schrie mir zu, ich solle mich an die Wand lehnen. Das tat ich und hörte die Steine kommen. Diese flogen an mir vorbei, aber einer traf meinen Rucksack. Das zog mich nach unten, doch konnte ich meine Position halten. Ich wartete ab und horchte, ob noch mehr Steine kamen. Sirko gab Entwarnung und ich kletterte weiter bergab, bloß aus der Fallrichtung der oberen Wanderer weg. Darum soll man auch aufpassen, keine Steine loszutreten. Meine Knie zitterten und das Herz schlug mir bis zum Herz. Sirko sagte mir, das der Stein, der mich getroffen hatte, die Größe eines Kinderkopfes hatte. Die Wucht war auch ziemlich schlimm gewesen. Mein Rucksack hatte ein paar Blessuren abbekommen, ich zum Glück nicht. Also, wenn Steinschlag kommt, nicht hochschauen! Sonst hilft auch kein Helm mehr.

Die übrigen Wanderer, die von unten das Schauspiel gesehen hatten, erkundigten sich nach meinem Befinden. Sehr nette Leute. Nach einer Pause legten wir unser Klettersteigset ab und begaben uns zurück zur Rifugio Rudi. Ich habe auf den Schreck ersteinmal ein Radler getrunken und mich erholt, bevor es mit der Kabinenbahn zum Parkplatz ging.


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Aussicht vom Gipfelkreuz des Sexter Rotwandklettersteig

Donnerstag, 13.09.2007  -  Drei Zinnen Hütte Toblinger Leiternsteig

Fischleinboden-Hütte(1.454m) - Talschlußhütte (1.548m) - Drei-Zinnen-Hütte (2.405m) - Leiternsteig - Toblinger Knoten (2.617m) - Feldkurat-Hospsteig - Talschlußhütte (1.548m) - Fischleinboden-Hütte (1.454m)
Höhenmeter: 1163  Profil anzeigen
Kilometer: 16,4
Gesamtzeit: 8:00

Postkartenmotiv Drei Zinnen Hütte Wenn wir schon in den Sextener Dolomiten sind, wollten wir auch die Drei Zinnen sehen, das Wahrzeichen der Dolomiten. Aber über die gebührenpflichtige Mautstraße zum Rifugio Auronzo wollten wir nicht fahren, obwohl dann der Weg wohl relativ einfach ist. Wir haben uns deshalb entschlossen, die 16 Kilometer von der Fischleinbodenhütte aus zu laufen.

Wir sind früh zum großen Parkplatz an der Fischleinboden-Hütte auf 1.454m gefahren. Der Parkplatz kostete uns für einen Tag 3 €. Hier war auch wieder der Rentner Tätzelwurm, wobei ich gestehen muß, das die Rentner meist schneller sind.

Hier hängten wir den Tätzelwurm jedoch ab und folgten dem Weg 102 zur Talschlußhütte. Unsere Zwuschi wollte einfach keinen Empfang bekommen, wodurch die Route nicht ganz aufgezeichnet ist.

Wir liefen bis zur Kreuzung, wo der linke Weg zur Zsigmondyhütte führte und wir dem rechten Weg 102 weiter zur Drei-Zinnen-Hütte folgten. Der Anstieg war gleichmäßig, wodurch es sich für mich sehr gut lief. Wir überholten sogar ein paar Wanderer. Es ging an einem Wasserfall vorbei entlang des Altensteiner Bachs.

Wir machten eine kurze Pause hinterm Stein, um etwas Schatten zu bekommen. Die Sonne brannte vom Himmel. Die letzten Höhenmeter ging es dann hinauf, vorbei an den Bödenseen und schließlich zu der Drei-Zinnen-Hütte auf 2.405m. Wir setzten uns an einen Tisch, der überdacht war, holten uns einen Stempel für unser Buch und genossen die Aussicht auf die Drei Zinnen. Sirko besorgte etwas zu essen. Als die Mittagszeit heranrückte, konnten wir auf einem entfernten Pass die Menschen kommen sehen. Innerhalb einer halben Stunde waren die Touris da und bevölkerten die Hütte.

Sweti auf dem Leiternsteig Wir machten uns abreisefertig und gingen zu unserem nächsten Ziel. Das Problem dabei war, das wir nicht richtig wussten, wo der Klettersteig zum Toblinger Knoten lag. Es hieß, der Anfang liege auf der Nordseite. Wir folgten dem Weg 105 bis zu einem Wegweiser. Sind dann nach rechts abgebogen und über Schuttkarren hinauf zum Toblinger Knoten gelaufen. Dies war aber kein richtiger Weg und daher sehr steil und beschwerlich. Schließlich fanden wir einen Hinweis auf den Klettersteig und folgten einem schmalen Weg, der Abgrund links neben uns. An einer günstigen Stelle entschieden wir uns, die Ausrüstung anzulegen. Ein paar Meter weiter begann der Leiternsteig hinauf zum Toblinger Knoten.

Es führen 17 Leitern hinauf und das klingt auch relativ simpel. Doch ist dieser Klettersteig ziemlich schwierig. Die Leitern erleichtern das klettern nicht, da sie teilweise in solcher Schräglage angebracht sind, das es einen nach unten zieht. Hier war viel Armkraft gefragt. Der Kamin hinauf war auch schwer und ich habe nicht immer den richtigen Tritt finden können. Sehr schwer war es gewesen, wenn ich von einer Leiter zur anderen musste. Denn meistens war dies ungünstig angebracht mit viel luftigen Passagen verbunden.

Gipfelkreuz des Toblinger Knoten Dennoch haben wir es geschafft und kamen allein am Gipfelkreuz auf 2.617m an. Wir machten ein Foto von uns und gingen ein wenig beiseite, da andere Kletterer uns folgten. Eine kurze Pause und ein atemberauendes Panorama auf die Drei Zinnen entlohnten uns für diese Strapaze.

Über den sehr viel einfacheren Feldkurat-Hospsteig sind wir wieder bergab gegangen. Unten angekommen fanden wir nicht richtig einen Weg. Wir waren wohl falsch abgebogen und folgten einem wilden Abstieg. Auf einer Wiese legten wir unser Klettersteigset ab und gingen weiter bergab. Wir liefen über die Wiesen und folgten unserem Orientierungssinn. Dies war eine sehr schöne Wanderung, vor allem schön einsam. Irgendwann stießen wir wieder auf den Weg und folgten diesem hinab zur Talschlußhütte. Natürlich waren nun viele Touris wieder unterwegs.

Bei der Fischleinboden-Hütte wieder angekommen, genehmigten wir uns ein Radler, bevor wir mit dem Auto wieder nach Hause gefahren sind.


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Wahrzeichen die Drei Zinnen

Freitag, 14.09.2007  -  Heimkehrerkreuz

Sexten St. Veit Helm Bahn - Helm Restaurant (2.041m) - Hahnspielhütte - Heimkehrerkreuz - Sillianer Hütte - Hahnspielhütte - Helm Restaurant - Helm Bahn Sexten St. Veit
Höhenmeter: 517  Profil anzeigen
Kilometer: 10,8

Romantik pur Unser letzter Urlaubstag in den Dolomiten wollten wir eine ruhige, entspannte Wanderung. Wir fuhren wieder nach Sexten und sind mit der Bahn hinauf zum Helm Restaurant gefahren. Es war an diesem Morgen sehr nebelig, wodurch eine märchenhafte Stimmung aufkam. Unser Weg war eingehüllt vom Nebel, die Sonne konnte aber bereits ein paar Strahlen hindurch schicken. Zwei Wanderer kamen uns entgegen und sahen zuerst wie unwirkliche Schattengestalten aus.

Wir folgten wieder dem Weg Nr. 4 und kamen an der Hahnspielhütte vorbei. Den Helm haben wir links liegen gelassen und sind weiter bergauf gestiegen. An einer Kreuzung sind wir dem österreichischen Wanderweg Nr. 14 zum Heimkehrerkreuz gefolgt. Dieses ist kein Gipfelkreuz, sondern wurde von den österreichischen Heimkehrern im August 1948 aufgestellt. Es ist ein sehr schönes großes Kreuz, wunderbar gearbeitet. Von hier aus hatten wir auf Sillian und die Berg einen wunderschönen Ausblick. Die Bretter, die überall als Sitzbänke dienten zeigten uns, das viele Wanderer hierher kamen. Wir hatten aber das Heimkehrerkreuz für uns allein. Sirko lief sich hier das erstemal in diesem Urlaub eine Blase und musste diese sogleich medizinisch versorgen. Wir sahen einen Hubschrauber, der von der Sillianer Hütte aus startete.

Das Heimkehrerkreuz

Nach unserem zweiten Frühstück ging es denselben Weg zurück und dann hinauf zur Sillianer Hütte. Die Zeit war bereits vorangeschritten und so waren viele Touris an der Hütte. Wir setzten uns hinein, draußen war kein Platz mehr, und haben lecker gegessen. Dabei beobachteten wir wieder, wie sich die Turnschuhträger und Taschentuchtupfer den Weg hoch quälten.

Unser Rückweg verlief sehr gemächlich, da wir wussten, das die Bergbahn Mittagspause hatte. Dennoch waren wir zu zeitig da und gingen deshalb zum Helm Restaurant. Es war kaum etwas los, da alle bei der Sillianer Hütte waren. Ich habe mir ein Eis bestellt und die Ruhe genossen, bis die ersten Kinder kamen.

Pünktlich öffnete die Bergbahn ihre Pforten und es ging wieder hinab zum Parkplatz.


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Samstag, 15.09.2007  -  Abreise

Jeder Urlaub geht leider vorbei. Auch unser Urlaub war also vorbei. Wir sind stolz über das was wir geschafft haben. Wir haben tatsächlich 10.000 Höhenmeter geschafft.

Samstag machten wir uns vor 10 Uhr auf den Heimweg. Leider waren Himmel und Menschen unterwegs und so standen wir schon auf der Hochpusterstrasse zur Brennerautobahn im Stau. Auf der Brennerautobahn wurde es nciht besser. Stau und stockender Verkehr so weit das Auge reicht. Wir kämpften und mühten uns. Erst ab Nürnberg lief der Verkehr Erschöpft nach mehr als 10h waren wir wieder in Wiesenburg.