Böhmen 25.05.2007 - 29.05.2007

Auch im dritten Jahren können wir es nicht lassen und nutzen Pfingsten zum Besuch der böhmischen Schweiz. Es gibt einfach noch so viele Ecken, die wir noch nicht erkundet haben. Bei Frau Schmidtova  kommen wir wieder unter.

Freitag, 25.05.2007

Anreise

Es ging, wie jedes Jahr zu Pfingsten, nach Stara Oleska ins Elbsandsteingebirge. Vor der Abfahrt hieß es noch ein bisschen Geld verdienen.

Gegen 12 Uhr ging es von Wiesenburg aus los auf die Autobahn. Wir sind wie immer auf die A9, A14 und A17. Abfahrt Pirna und einen Zwischenstopp in der Stadt eingelegt. Wir wollten das Outdoorgeschäft in Pirna besuchen, wo wir unsere Klettersteigausrüstung bekommen hatten.

Sirko kaufte sich ein paar teure Wanderstiefel in der Hoffnung, seinen Füßen Linderung zu verschaffen.

Nach einer geraumen Weile ging es weiter nach Bad Schandau und über die Grenze nach Hrensko. An der Grenze wurden wir freundlich darauf hingewiesen, dass in der Tschechei Lichtpflicht herrscht und wir schalteten das Licht sogleich an. Unser erster Weg führte uns nach Decin in den Tesco, wo wir für günstig Geld Lebensmittel einkauften.

Danach fuhren wir nach Stara Oleska zu Frau Schmidtova. Diesesmal erwartete sie uns schon und war froh, das wir überhaupt noch einmal gekommen sind. Denn im Oktober letzten Jahres wurde unsere Wohnung aus versehen an ein anderes Urlaubspärchen vermieten.

Frau Schmidtova hatte einen neuen Hund, nachdem Prinz gestorben war. Dieser war wieder ein Schäferhund und hieß Rokko. Leider war Rokko nicht so lieb wie Prinz. Er hatte es auf meine Hände abgesehen und schnappte manches mal danach. Aber eines hatte er mit Prinz gemeinsam: das nächtliche Bellen.

Unsere Wohnung war unverändert schön, nur leider sehr warm. Aber ein Gewitter am Abend sorgte für Abkühlung.

Samstag, 26.05.2007

Jetrichovice - Na Tokani - Cerna Brana - Zadni Jetrichovice - Mala Brana - Saunstejn - Jetrichovice
Höhenmeter: Profil anzeigen
Kilometer: 27,6km
Gehzeit/Pausenzeit: 5:06h/3:41h
Wegpunkte - Route - Tracklog

Nach einer unruhigen Nacht sind wir dennoch zeitig aufgestanden und gegen 8 Uhr nach Jetrichovice (Dittersbach) gefahren. Geparkt haben wir an der Touristeninformation auf einem großen Parkplatz. Dieser war zwar noch ziemlich leer, doch sollte man zeitig da sein, da er sonst kein freier Parkplatz mehr vorhanden wäre. Wir folgten dem gelben Wanderweg auf einen asphaltierten Weg vorbei am Falkenstein, den wir bereits bei unserem letzten Urlaub besichtigt hatten. Ein sehr schöner Wanderweg entlang hoher Sandsteintürme. Dann wechselten wir auf den blauen Wanderweg, der uns bis zur Tokanihütte brachte.

Die Tokanihütte ließen wir links liegen, da wir sie bereits kannten und folgten weiter unserem Wanderweg zur Jungfrauentanne (Panenska Jedle).

An einer Kreuzung hielten wir uns rechts und folgten steil bergab dem Weg zum Schwarzen Tor (Cerna Brana). Bei Regen sollte man diesen Weg nicht nehmen, da er dann sehr rutschig werden könnte. Wir kamen nach dem Abstieg in einer Schlucht an, atemberaubend schön, und folgten dem linken Weg. Das Schwarze Tor fanden wir nach ein paar Kilometern, ein großer Felsblock, der zwischen den Talwänden eingeklemmt ist. Hier war keine Menschenseele, nur die Vögel zwitscherten fröhlich vor sich hin und viele Schmetterlinge waren zu sehen. Wir durchquerten das Tor und begaben uns zur Kirnitzsch, die die natürliche Grenze nach Deutschland ist. Also ließen wir uns am Flussufer nieder und picknickten in Ruhe. Es war ersichtlich, das dieser Grenzweg viel genutzt wird. Die Spuren hatten es uns verraten. Auch war dieser Teil der Schlucht nicht gepflegt, alte Bäume lagen auf dem zugewachsenen Weg. Dies machte aber die Stelle wild romantisch.

Nach einer längeren Pause ging es wieder denselben Weg zurück und hinauf bis zur Kreuzung. Dann folgten wir dem grünen Wanderweg nach Zadni Jetrichovice. Dort stand einmal ein Dorf, bevor es auf Grund der Nähe der Grenze dem Erdboden gleichgemacht wurde. Eine Brücke, erst wenige Jahre alt, überspannte die Kirnitzsch und wir begaben uns kurz nach Deutschland. Eine grenzüberschreitende Wanderung wurde nun daraus.

Dem grünen Weg folgend kamen wir pünktlich zur Mittagssonne auf einem schnurrgeraden asphaltierten Weg entlang. Es ging ständig bergauf, Schatten war keiner vorhanden. Dieses Stück war nicht sehr angenehm. Der letzte Anstieg war sogar mit 20% ausgewiesen, bevor wir wieder in den Schatten des Waldes kamen. Auf einem Baumstumpf hatten wir uns dann niedergelassen und erst einmal durchgeatmet. Wir versorgten unsere Füße und nahmen etwas zu Essen zu uns.

Es ging dann weiter auf dem roten Wanderweg zum kleinen Prebischtor. Dieses haben wir aber nicht besichtigt, da wir es bereits kannten und zu dem Zeitpunkt sehr viele Touris da waren. An der Kreuzung zum kleinen Prebischtor hielten wir uns rechts (weiter der roten Markierung folgend) und sind zum Sauenstejn abgestiegen. Um die Ruinen des alten Ritterschlosses zu erreichen, mussten wir einen sehr engen Aufstieg in Kauf nehmen. Dabei haben wir die Rucksäcke abgenommen. Es lohnt sich aber der Aufstieg, denn die Panoramaaussicht ist fantastisch. Hier legten wir eine längere Pause ein, da es Sirko etwas schlecht ging. Als die Massen von Touris auf einmal vorbei kamen, begaben wir uns wieder nach unten und folgten der roten Markierung Richtung Maly Kocicak. In dem Ort sind wir nicht weiter auf dem Wanderweg gelaufen sondern folgten einem unmarkierten Weg (Ceska Silnice). Bei einer größeren Kreuzung ging es nach links und an einer weiteren Kreuzung erneut dem linken Weg folgend. Dies war leider der falsche Weg (also dem rechten Weg bitte folgen, auch wenn der Linke besser ausschaut), denn er führte uns in die falsche Richtung. Wir folgten unserem Instinkt und sind auf einem sehr kleinen Trampelpfad in die richtige Richtung zurück gelaufen. Nach einer Weile, ein Gewitter saß uns bereits im Nacken, sind wir wieder auf den richtigen Weg gestoßen und der grünen Markierung nach Jetrichovice gefolgt. Der Donner grollte hinter uns, ein paar Blitze verfolgten uns bereits. Die ersten Tropfen kamen herunter, als wir nur noch wenige Meter vom Parkplatz entfernt waren. Kaum saßen wir im Auto, begann auch schon das Unwetter. Wir hatten sehr viel Glück gehabt. Anschließend sind wir nach Decin in den Tesco gefahren und danach zurück nach Stara Oleska.

In der Nacht war Rocko sehr ruhig, da es geregnet hatte und der Hund sehr wasserscheu ist.

Die Wanderung mit knapp 27 km war in der Hinsicht anstrengend, als das es sehr heiß war (30°C) und wir uns beide Blasen an den Füßen gelaufen haben.


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Sonntag, 27.05.2007

Kyjov - Kyjovsky Hrad - Turisticky most - Brtnicky hradek - Velky prusky tabor - Brtniky - Vlci Hora - Kyjov
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Kilometer: 18,6km
Gehzeit/Pausenzeit: 3:57h/2:10h
Wegpunkte - Route - Tracklog

Die Nacht war erst um 07:45 Uhr vorbei und so sind wir an diesem Tag spät losgefahren. Unser Weg führte uns nach Kyjov, wo wir auf einem kleinen Parkplatz unser Auto abstellten. Ein kurzes Stück zurück gelaufen den Berg lang hoch haben wir zwischen ein paar Häusern unseren gelben Wanderweg gefunden. Diesem folgten wir ein paar Meter und wollten auf die rote Markierung stoßen, doch haben wird den Weg nicht finden können. Wir sind über eine Wiese gelaufen und den Berg auf der anderen Seite wieder hinab. Wo der rote Wanderweg lang gehen sollte, blieb uns ein Rätsel.

Weiter ging es auf einem asphaltierten Weg, bis wir auf der linken Seite eine Stiege gefunden hatten, die uns wieder auf einen Berg brachte. Somit waren wir erneut auf dem Wanderweg mit der gelben Markierung. Von hier aus ging es über Stock und Stein durch enge Felsspalten hindurch und über Holztreppen bis zum Aussichtspunkt Skalni bratri (Brüderstein). Dies ist ein Fels auf einem erhöhten Punkt, mit Eisenstangen gesichert.

Es ging weiter, zum nächsten Aussichtspunkt Kyjovsky Hrad.

Wieder im Tal angekommen haben wir nach links einen Abstecher gemacht und sind zur Schatzkammer gelaufen. Diese ist eine sehr schöne Felsformation. In die Höhe ragende Hinkelsteine, die aneinander stehen. Nach einer ausführlichen Besichtigung ging es denselben Weg wieder zurück und weiter bis zu einer Kreuzung. Wir haben uns links gehalten und sind dem Wanderweg mit der roten Markierung gefolgt. Dieser Weg ist groß, breit und asphaltiert, da er gleichzeitig als Radweg dient. Dies haben wir auch gemerkt, da ständig Fahrradfahrer sehr schnell gefahren kamen.

Der Weg führte uns entlang der Kirnitzsch auf der rechten Seite und hohe Felswände auf der linken Seite. Nach ein paar Kilometern kam ein großer Picknickplatz, genannt "Turisticky most". Auf einer überdachten Bank haben wir es uns gemütlich gemacht und in Ruhe unsere Stullen verspeist.

Als die Pause beendet war haben wir den asphaltierten Weg verlassen und sind der grünen Wegmarkierung gefolgt zum Brtnicky hradek, eine Ruine eines Raubschlosses. Ein kleines Hinweisschild an einem Baum zeigte uns den linken Weg zur Ruine. In vielen Stufen ging es stetig bergauf, bergab, bis wir das ehemalige Raubschloss erreicht hatten. Ein paar Ruinen im Boden waren die letzten Bestandteile des Raubschlosses. Ein wunderbarer Ausblick auf das Elbsandsteingebirge veranlasste uns zu einer kleinen Rast. Nachdem wir aber auf einmal Kinderstimmen hörten, verließen wir sofort die Ruine.

Weiter ging es zum Velky prusky tabor (Preußenlager), welches rechts von uns lag. Auf manchen Karten liegen das Raubschloss und das Preußenlager in anderer Reihenfolge auf dem Weg, was uns doch sehr irritierte.

Unser nächstes Ziel waren die Orte Sternberk und Brtnicky. Über eine Wiese gelangten wir nach Brtnicky, welches sehr gruselig und heruntergekommen aussah. Durch den Ort hindurch folgten wir der roten Wandermarkierung und suchten uns den Weg zum Vlci hora (581m). Schon auf dem Weg nach Brtnicky konnten wir den Turm über die Baumgipfel stehen sehen und wussten, welcher Anstieg uns bevor stand. Der gelbe Wanderweg brachte uns über einen sehr steilen Anstieg hinauf zum Vlci hora. Ein älterer Herr saß in dem Turm, von dem wir uns etwas zu trinken und die Eintrittskarten holten.

Der Turm war oberhalb verglast und roch sehr streng. Doch an der Wand entlang der Treppe waren Postkarten vieler Türme in der gesamten Tschechei angeordnet. Den einen oder anderen Turm hatten wir wieder erkannt. Von oben aus konnten wir ein Unwetter auf uns zukommen sehen. Also ging es schnell wieder hinab.

Dem gelben Wanderweg sind wir bis zur Kreuzung mit dem roten Weg gefolgt. Wir überquerten eine Straße in Richtung Snezna und sind wenig später auf eine Straße nach Kyjov abgebogen. Eigentlich wollten wir noch weiter wandern, doch das Grollen bestimmte unseren Weg.

Kurz vor Kyjov holte uns das Unwetter ein. Blitz und Donner waren überall, das Gewitter tobte genau über uns. Wir waren so schlau und hatten bereits unsere Regensachen angezogen. Sirko war glücklich, das er nicht umsonst die Regenjacken im Rucksack hatte. Der Regen kam mit geballter Wucht. Wir stellten uns in Kyjov an einem Haus unter. Ein Mann lugte aus der Haustür heraus und winkte uns zu. Wir konnten uns in seinen Flur auf eine Bank setzen. Seine Frau kam noch hinzu und sie boten uns sogar etwas zu trinken an. Sehr nette und freundliche Menschen sind die Tschechen. Das hat sich wieder einmal gezeigt.

Nachdem der Regen nachgelassen hatte, hatten wir uns herzliche bedankt für die Rettung vor dem Regen. Leider sprachen sie kein Wort deutsch und wir konnten kein tschechisch. Sehr schade.

Unser Auto stand nur noch wenige hundert Meter entfernt. Schnell sind wir eingestiegen. Unsere Sachen fingen bereits wieder an zu trocken, das Unwetter war vorbei.

Wir sind noch in Tesco nach Decin gefahren und anschließend nach Hause.

Da es immer zu wieder geregnet hatte, war Rokko ruhig. Also hatten wir auch eine schöne Nacht.


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Montag, 28.05.2007

Mezni Louka - Gabrielensteig - Pravcicky Brana - Mezna - Mezni Louka
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Kilometer: 18,2km
Gehzeit/Pausenzeit: 3:01h/1:02h
Wegpunkte - Route - Tracklog

Unser letzter Wandertag war dem großen Prebischtor gewidmet.

Nach unserem kurzen Frühstück sind wir nach Mezni Louka gefahren und haben auf einem Parkplatz gegen eine geringe Gebühr (100kc/Tag) unser Auto abgestellt. Über die asphaltierte Straße ging es auf dem sehr gut ausgeschilderten roten Wanderweg hinauf, von wo aus wir immer wieder wunderschöne Aussichten auf das Elbsandsteingebirge hatten. Der Weg war breit und sehr gut begehbar, so dass wir ziemlich schnell am Prebischtor waren. Die Sonne wollte nicht so recht heraus kommen, trotzdem war es schwül.

Nach nur 1h10min und 7,5 Kilometern hatten wir unser Ziel erreicht; das war unser bisheriger Rekord.

Wir hatten Glück, denn wir waren eine viertel Stunde nach Öffnung des Prebischtores da. Es waren kaum Touris am Prebischtor, so dass wir es uns in Ruhe anschauen konnten. Vor einigen Jahren waren wir schon einmal da, damals aber mit mehr Touris. Wir setzen uns an einen Tisch und ruhten uns ein wenig aus. Dann sind wir einem Weg oberhalb des Prebischtores gefolgt und hatten so einen Panoramablick auf das Prebischtor mit dem Elbsandsteingebirge. Das ist ein sehr schönes Naturschauspiel. Manchmal kam auch ein wenig Sonne heraus.

Als die Schulklassen in Massen einfielen, haben wir unsere Sachen gepackt und sind hinunter gelaufen. Es war nun die Zeit der Touris und Schüler gekommen. Wir stellten erneut fest, das der Montag (Pfingsten gibt es bei den Tschechen nicht) eine Schulausflugstag sein muß. Denn wir trafen immer montags Schulklassen in Burgen, Schlössern oder eben das Prebischtor.

Schnell ging es wieder hinab, vorbei an sich quälenden Touris. Obwohl der Anstieg ja nicht so schlimm ist.

An der Straße nach Hrensko angekommen, überquerten wir diese und folgten auf der anderen Seite der Straße dem gelben Wanderweg nach Mezna.

Zwar überlegten wir kurz, in Mezna in eine Gaststätte zu gehen, doch sind wir dann lieber weiter nach Mezni Louka und zum Auto gelaufen. Von Mezna nach Mezni Louka führte uns nur eine asphaltierte Straße zurück, auf der auch Autos fahren. Doch kamen uns auch hier viele Touris entgegen.

Diese Wanderung hatten wir so schnell erledigt, das es noch zeitig am Tag war. Wir fuhren nach Decin und hinauf zur Schäferwand, so wie jedes Jahr. Von dem Restaurant aus hatten wir einen schönen Blick auf Decin und das Essen ist auch nur zu empfehlen. Ein sehr gelungener Abschluss für unseren diesjährigen Pfingsturlaub.


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Dienstag, 29.05.2007

Abreise

Die Rückreise verlief ohne Probleme. Unsere Unterkunft hatten wir bei Frau Schmidtova kostenlos, da der Herbsturlaub 2006 nicht geklappt hatte.

Wir sind bei starkem Regen noch zum Globetrotter nach Dresden gefahren und anschließend zurück nach Wiesenburg.