Sächsiche Schweiz 29.09.2006 - 03.10.2006



Freitag, 29.09.2006

Über den Nationalfeiertag wollten wir erneut nach Stara Oleska zu Frau Schmidtova. Nach der Arbeit gegen 12 Uhr ging es los Richtung Elbsandsteingebirge. Über die A9, A14 und A17 sind wir sehr gut vorangekommen. Als wir dann bei den Tschechen waren, wollte Sirko erst einmal nach Decin in Tesco fahren. Ich wollte gleich zu Frau Schmidtova, da ich ein ungutes Gefühl hatte. Das sollte sich auch bestätigen. Als wir in Stara Oleska ankamen, war Frau Schmidtova nicht da. Ihre Schwester war aber im Haus. Leider konnte sie kaum deutsch und erzählte uns irgendetwas auf Tschechisch. Mir war klar, dass etwas nicht stimmt. Ich zeigte auf den Balkon zu unserer Ferienwohnung, sie aber schüttelte nur mit dem Kopf. Nach einer geraumen Weile kam sie endlich auf die Idee, ihre Schwester anzurufen. Sirko telefonierte mit ihr. Es kam dabei heraus, dass sie vergessen hatte ihrer Schwester mitzuteilen, das wir kommen. Eine tschechische Familie kam vor uns vorbei und fragte nach einer freien Wohnung. Da die Schwester von uns nichts wusste, vermietete sie unsere Ferienwohnung. Sie wollte uns noch ein Zimmer im Haus anbieten, ohne Küche, ohne Bad, ohne Stuhl und Tisch. Ein Raum mit drei Betten. Das wäre natürlich nicht gegangen. So sind wir enttäuscht wieder abgereist. Unser Urlaub bei Frau Schmidtova stand eigentlich sein Pfingsten fest. Sie entschuldigte sich am Telefon bei uns für das Missverständnis. Sie war ganz außer sich, es war ihr sehr peinlich. Sie versprach, dass wir das nächste mal kostenlos dort wohnen könnten. Ist zwar nett gemeint, hatte uns aber damals nicht weiter geholfen. Wir überlegten, was zu tun sei. Da kam mir eine Idee. Ich versuchte, Anja aus Berlin anzurufen. Zuerst erfolglos. Wir hatten am Tesco noch mal getankt und ich erreichte die Berlinerin. Sie sollte versuchen, Anja Tröger aus Reichstädt zu erreichen, ob diese da sei und wir dort unterkommen könnten. Sie versprach ihr bestes zu tun. Als wir dann wieder in Deutschland waren, kam der erlösende Anruf von ihr. Anja Tröger war unterwegs nach Reichstädt und wir könnten dort auf sie warten. In der Tschechei wollten wir uns am Abend nicht noch eine Schlafmöglichkeit suchen und in Deutschland war alles so teuer. Anja aus Reichstädt war da unsere Rettung, sonst hätten wir wieder nach Hause fahren müssen. Gegen 21 Uhr waren wir am Bauernhaus und warteten in der Dunkelheit, es war sehr gruselig, auf Anja. Sie ließ nicht lange auf sich warten und freudig begrüßten wir sie. Wir bekamen wieder unsere zwei Zimmer wie das letzte Mal und waren überglücklich, den Urlaub fortsetzen zu können. Leider gab es keine Heizung in den Zimmern, so dass es empfindlich kalt geworden war. Ich schlief mit dicker Mütze und Schal.

Samstag, 30.09.2006  -  Rauensteine Bastei Lilienstein

Stadt Wehlen - Rauensteine - Kurort Rathen - Bastei - Lilienstein - Königstein
Kilometer: 14
Es war nicht geplant gewesen, in der sächsischen Schweiz unseren Urlaub zu verbringen. Von daher hatten wir keinerlei Reiseunterlagen mit. Im Atlas haben wir uns unsere Ziel herausgesucht. Wie immer ist Sirko um 6 Uhr aufgestanden und weckte mich eine halbe Stunde später. Nach dem Frühstück ging es los. Unser Ziel war die Stadt Wehlen, auf der linkselbischen Seite. Wir haben unser Auto geparkt und sind dem gelben Wanderweg gefolgt (Kammweg) bis zu den Rauensteinen. Teilweise sind wir auf Leitern auf die Steine geklettert. Nach einer kurzen Pause ging es den gelben Wanderweg weiter bis zur Kreuzung mit dem roten Wanderweg. Auf dem roten Wanderweg ging es weiter an den Laasensteinen vorbei und den Laasenhäusern hinunter nach Rathen. Bis dahin waren wir allein mit der Natur und konnten sie wunderbar genießen. Im Kurort Rathen war dies anders. Wir kommen um die Kurve und hören schon das Gewimmel. An der Fähre standen sehr viele Touris. Ab hier war es vorbei mit der Ruhe. Mit den ganzen Leuten sind wir auf die Fähre gegangen und haben auf die andere Seite übergesetzt. Von weitem konnten wir schon unser Ziel sehen, die Bastei. Sie ist das Wahrzeichen der sächsischen Schweiz. Mit genauso vielen Menschen sind wir die leichte Steigung zur Felsenburg hinauf gewandert. Für so manchen Sallettenträger bereits ein schwieriges Unterfangen. Von der Felsenburg aus konnten wir einen schönen Blick auf die Bastei erhaschen. Nur von einem bestimmten Punkt aus sieht man die Brücke in all ihrer Schönheit. Diese war bis zum bersten gefüllt mit Menschen. Furchtbar. Anschließend ging es auf die Basteibrücke. Diese Steinbrücke ist 76,5 m lang und überquert die Mardertelle, somit schafft sie eine Verbindung zwischen der Felsenburg Neurathen und der Bastei in einer Höhe von 165 m über den Elbspiegel. Zuerst kamen wir erst gar nicht auf die Brücke, da so viele Menschen dort waren. Immerhin konnten wir ein Foto machen, auf dem nur ich und die Brücke zu sehen ist, als wäre keiner da gewesen. Es gab auch ein Restaurant, das haben wir uns aber gespart. Schnell sind wir wieder von dort hinabgewandert. Eigentlich sehr schade, denn die Bastei ist wirklich wunderschön. Leider hatten wir kein gutes Wetter. Es hat zwar nicht geregnet, doch im Sonnenschein hätte alles mehr geglänzt. Es ging weiter Richtung Lilienstein. Endlich weg von den Menschenmassen. Über den Nordaufstieg sind wir auf den Lilienstein gewandert. Er ist der markanteste Tafelberg der Sächsischen Schweiz. Er liegt als einziger Tafelberg mit 415 m rechts der Elbe und wurde in den Nationalpark Sächsische Schweiz einbezogen. Die Aussicht von dort oben wäre schöner gewesen, wenn es nicht so diesig gewesen wäre. Wir konnten kaum die Festung Königstein sehen. Beim dortigen Restaurant haben wir eine Pause gemacht. Natürlich war es wieder einmal sehr teuer und sehr voll. Nach einer geraumen Weile sind wir über den Südaufstieg wieder abgestiegen und der blauen Wandermarkierung gefolgt. Über die „Ebenheit“, eine Flächeneinheit unterhalb des Liliensteins, ging es zur Halbestadt.. Vorn dort aus sind wir mit der Fähre übergesetzt nach Königstein und mit dem Zug zurück nach Rathen gefahren. Von dort aus war es nicht mehr weit bis zum Auto. Man möchte es nicht glauben, doch wir haben insgesamt 600 Höhenmeter geschafft und sind 14 km gewandert. Eine wunderschöne Tagestour. Im Auto ging es dann den langen Weg nach Reichstädt zurück.
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Sonntag, 01.10.2006  -  Schrammsteine

Obrigsteig - Schrammtor - Wildschützensteig - Schrammsteinaussicht - Breite Kluft - Elbleitenweg - Obrigsteig
Kilometer: 7
Dieser Tag begann bereits am Morgen mit strömenden Regen. Deshalb haben wir ein bisschen mehr Zeit im Bett verbracht und ganz in Ruhe gefrühstückt. Um den Tag nicht ungenutzt zu lassen, sind wir nach Decin gefahren, im Tesco einkaufen. Bei der Grenze standen wir leider im Stau. Nach unserem Einkauf sind wir zurück nach Bad Schandau gefahren, da der Regen gegen Mittag endlich aufgehört hatte. Wir suchten uns einen Parkplatz und sind mit bangem Blick zum Himmel losgelaufen. Über den Obrigsteig, ein paar Holz- und Steintreppen (gelbe Markierung) ging es zu einem Plateau. Recht steiler Aufstieg, aber nicht weiter schwer. Nur die Nässe machte die Holztreppe etwas rutschig. Auf dem Plateau haben wir uns nach rechts gewandt und sind bis zu einer Kreuzung gewandert. Es ging anschließend dem blauen Wanderweg nach und auf Eisentreppen zum Schrammtor. Über den Wildschützsteig gelangten wir zur Schrammsteinaussicht auf die Schrammsteine. Eine wunderschöne Aussicht, leider von sehr vielen Menschen umlagert. Da es geregnet hatte, zogen Dunstfelder von den Wäldern hinauf auf die Schrammsteine. Ein wunderschönes Naturschauspiel. Über den Schrammsteinweg sind wir zur „Breiten Kluft“ gewandert. Ein Plateau, von dem wir erneut eine grandiose Aussicht hatten. Nach einer kurzen Pause ging es über eine Stiege abwärts (grüner Balken) bis zur Kreuzung mit dem grünen Punkt. Diesen Wanderweg, groß und breit, sind wir Richtung Bad Schandau gelaufen. Wir haben nach Klettersteigen gesucht, doch ist das Elbsandsteingebirge Klettergebiet. Sehr schade. Bei der Kreuzung mit der gelben Wegmarkierung sind wir den Obrigsteig wieder hinab gestiegen und waren schnell wieder beim Auto. Wir hatten Glück mit dem Wetter und sind nicht nass geworden. Im Ganzen hat diese Wanderung nicht mehr als 3:35 Stunden gedauert und es waren nur 6 km.
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Montag, 02.10.2006  -  Starke Stiege

Obrigsteig - Elbleitenweg - Starke Stiege - Großvaterstuhl - Bussardwand - Zurückesteig - Lehnengrund - Obrigsteig
Kilometer: 11
An unserem letzten Tag waren wir erneut unterwegs auf dem Obrigsteig. Dieses mal hatten wir direkt vor dem Eingang zum Steig geparkt, so dass wir nicht den steilen Aufstieg auf Asphalt von Bad Schandau bewältigen mussten. Als wir wieder auf dem Plateau waren, sind wir erneut dem gelben Wanderweg bis zur Kreuzung mit dem grünen Punkt gefolgt. Dieser Wegmarkierung sind wir auf dem Elbleitenweg gefolgt, vorbei am Einstieg zur „Breiten Kluft“. Wir suchten uns dann abseits der Wege einen kleinen Trampelpfad, der mit gelben Bändchen an den Büschen markiert war. Es war kein richtiger Weg, wir suchten uns den Pfad zum Rauschentorwächter. Weiter ging es Richtung Starke Stiege. Nach einigen Minuten erreichten wir den Einstieg der Starken Stiege. Die Stiege besteht aus in den Fels gehaunene Eisenklammern. Das Problem bestand darin, das alles sehr nass und rutschig war. Auch wenn es nur ein paar Meter hoch geht, ein Absturz tut trotzdem weh. Denn es gibt kein Drahtseil. Wir sind ein bisschen ins rutschen gekommen, aber wir haben es geschafft. Bei schlechter Witterung sollte man die Starke Stiege lieber lassen.Oben angekommen haben wir erst einmal ein Päuschen gemacht. Schließlich kamen wir auf unmarkierten Wegen am Großvaterstuhl vorbei. An der Rotkehlchenstiege über den Heringsschwanz sind wir zur Bussardwand gewandert. Ein sehr schöner Ausblick bot sich von dort auf das Elbsandsteingebirge. Vorbei an der Heiligen Stiege sind wir bis zum Massiv (gelber Balken) wieder auf extrem viele Menschen gestoßen. Als wir die unmarkierten Weg gingen, immer am Abgrund lang, war es herrlich still. Wir konnten Kletterer beobachten und hatten unsere Ruhe. Jetzt waren wir wieder auf dem Massentouristenweg gestoßen, so dass wir kaum treten konnten. Manchen Menschen stellen sich sehr dämlich an, wenn es darum geht, einen kleinen Fels zu überwinden. Auf allen Vieren ging es da voran. Auf jeden Fall einen Lacher wert. Über den Zurückesteig ging es Richtung Schrammsteinaussicht der grünen Balkenmarkierung nach über bzw. durch die Lehne (Lehnengrund) und sind dort abgestiegen. Entlang der gelben Wegmarkierung sind wir Richtung Postelwitz wieder zu unserem Auto gekommen. Anschließend wollten wir noch zum Italiener nach Dresden, da die 11 km lange Wanderung nur knappe 5 Stunden gedauert hatte.. Dieser hatte jedoch Montag Ruhetag. Dann wollten wir eben einen Döner, haben keinen Stand gefunden. Erst in Dippoldiswalde sind wir nach langem Suchen auf einen Italiener gestoßen und haben uns etwas mitgenommen. Ein sehr gelungener Tag, zwar sehr bewölkt, aber trotzdem schön.
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Dienstag, 03.10.2006

Wir sind an unserem Abreisetag mal wieder nicht zeitig genug losgekommen und hatten auch viel Verkehr auf der Autobahn. Aber irgendwann waren wir zu Hause.


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