Kirnitzschtal 16.06.2006 - 18.06.2006



Freitag, 16.06.2006

Dieses Wochenende ging es ins Kirnitzschtal. Wir wollten unseren ersten Klettersteig absolvieren. Mit dabei war unsere Freundin Anja, die fleißig Tiermedizin in Berlin studiert. Sie kam mit dem Zug ab späten Nachmittag nach Belzig. Wo wir sie abholten und gleich Richtung Dresden auf die A9 gefahren sind. Es ging ziemlich schnell bis nach Dresden und ohne Stau sind wir bis zur A 17 gekommen. Diese Autobahn soll später bis nach Prag reichen. Jetzt ist aber schon bei Pirna die Autobahn zu Ende. Also sind wir abgefahren und über Dippoldiswalde nach Reichstädt gefahren. Das Dorf ist ganze 7km lang und wir mussten einmal bis zum Ende durch. Denn dort war unsere Unterkunft. Anja hat dort eine Freundin (die auch Anja heißt), die für wirklich günstig Geld wunderschöne Zimmer vermietet. Sie hat einen großes Bauernhaus als eine Begegnungsstätte ausgebaut, wo sich Wandersleut wohlfühlen können. Ein absoluter Geheimtipp. Nach einem reichhaltigen Abendbrot ging es ins Bett. Es sollten am nächsten Tag schließlich früh rausgehen.

Samstag, 17.06.2006  -  Häntzschelstiege

Parkplatz Beuthenfall - Bloßstock - Häntzschelstiege - Frienstein - Idagrotte - Obere Affensteinpromenade - Fremdenweg - Neuen Wildenstein ( Kuhstall ) - Lichtenhainer Wasserfall - Parkplatz Beuthenfall
Kilometer: ca. 10
Um 6 Uhr morgens war die nacht bereits vorbei. Ist schon etwas zeitig, aber schliesslich wollten wir zeitig bei der Häntzschelstiege sein. Nicht nur ich hatte damit so meine Probleme, sondern auch Anja. Doch hatten wir eine Stunde Fahrt bis zu unserer Stiege vor uns und wir wollten möglichst früh da sein. Nach dem Frühstück ging es auch schnell los. Nach 75 Minuten hatten wir Beuthenfall im Kirnitzschtal erreicht. Da es dort nur begrenzte Parkmöglichkeiten gibt, sollte man zeitig da sein. Wir hatten den vorletzten Parkplatz bekommen, obwohl wir bereits gegen 8 Uhr da waren. Vom Parkplatz aus ging es rechte Hand hoch zum Wanderweg (grüne Markierung). Nach einigen Metern sind wir dem grünen Wanderweg nicht weiter gefolgt, sondern nach rechts abgebogen und zum Bloßstock gewandert auf unmarkierten Wegen. Nach ein paar Kilometern ging es ein paar Treppen hinauf und wir standen vor dem Einstieg zur Häntzschelstiege. Diese sollte nur bergauf und nur von Geübten Wandersleut absolviert werden. Ein entsprechende Hinweis steht am Einstieg der Stiege. Im Felsen eingefasste Eisenklammern und ein Sicherungsseil ermöglichen einen schönen Aufstieg. Gesichert haben wir uns nicht. Doch für Kinder wird ein Klettersteigset empfohlen, da es doch die eine oder andere haarige Stelle gibt. Die erste Eisenklammer ist weit im Felsen verankert. Mit Schwung und gutem Schuhwerk schafften wir es hinauf. Grund für diesen schwierigen Einstieg ist einfach, das keine Touris mit Sneakers oder Stöckelschüchen die Häntzschelstiege hinauf wollen und dann hängen bleiben. Anja dachte erst gar nicht weiter darüber nach und ging als erste los. Hier muß erwähnt werden, das Anja eigentlich Höhenangst hat. Doch in Berlin klettert sie richtig, um ihre Angst zu mindern. Und sie hat die Stieg hervorragend gemeistert. Nach den Eisenklammern mussten wir über Leitern und Stahlbrücken hinweg und sind zum ersten Absatz gelangt. Etwas weiter oben war ein schönes Plateau, wo wir erst mal eine Rast einlegten. Leider war das Wetter recht schlecht, so dass wir keine gute Aussicht hatten. Nach einer Weile hatten uns dann auch andere Kletterer eingeholt. Es war eine Gruppe aus 20 Männern bestehend. Wir ließen sie an uns vorbeiziehen, denn der nächste Schritt war, durch den Kamin zu klettern. Durch die vielen Wanderer vor uns mussten wir uns anstellen. Aus diesem Grund wollten wir zeitig los, um so etwas zu verhindern. Wir hatten halt wirklich lange Pause gemacht. Weiter ging es zum Kamin zwischen zwei Felsen. Sirko musste den Rucksack abnehmen, da die Felsspalte zum Kamin recht eng war. Senkrecht führten die Eisenklammern und das Sicherungsseil nach oben. Wie auf einer Leiter ging es nach oben und schließlich standen wir auf dem Plateau, den Affensteinen. Von dort aus ging es weiter zum Frienstein. Ein kurzer Abstecher zur Idagrotte lohnt dabei immer. Wir folgten anschließend der Oberen Affensteinpromenade bis zur Kreuzung mit dem Oberen Fremdenweg. Dem Fremdenweg sind wir gefolgt bis zum Neuen Wildenstein. Dort ist der berühmte „Kuhstall“, eine riesige Felsenhöhle, von wo aus man eine sehr gute Sicht auf das Kirnitzschtal hat. Dort gibt es leckeres Essen für humane Preise. Natürlich sind da auch riesige Massen von Touris. Den Kuhstall sind wir durch die Himmelsleiter aufs Dach gestiegen. Klingt schlimmer als es ist. Ein weiterer Aussichtspunkt ist hinter der „krummen Emma“, die man im Entengang durchqueren muß. Nach einiger Zeit und langen Pausen ging es weiter zum Lichtenhainer Wasserfall. Klingt spektakulärer, als es eigentlich ist. Aller 30 Minuten wird der Wasserfall aktiviert, plätschert etwas und ist nach ein paar Minuten wieder verschwunden. Massen von Touris verdecken einem die Sicht. Da der Wasserfall an der viel befahrenen Straße liegt, ist es auch noch sehr eng. Wir blieben nur ein paar Minuten und sind oberhalb der Straße einem Wanderweg gefolgt und sind so schließlich nach 10 km und rund 400 Höhenmetern wieder an unserem Auto angelangt. Die Wanderung an sich hat 6 Stunden gedauert, wobei wir es haben ruhig angehen lassen. Anja wollten wir einmal Decin in der Tschechei zeigen und die Schäferwand. Dort haben wir dann lecker Kuchen gegessen. Zum Abschluss sind wir nach Panska Skala zu den Basaltfelsen gefahren und haben dort einen schönen Sonnenuntergang gesehen. Erst spät am Abend waren wir wieder in Reichstädt und haben uns noch lang mit unserer Gastgeberin Anja in der Gemeinschaftsküche unterhalten. Ein wirklich gelungener Tag.
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Der Kuhstall

Sonntag, 18.06.2006  -  Hinteres Raubschloss

Parkplatz Neumannsmühle - Zeughaus - Wolfschlüchte - Goldstein - Großen Winterberg - Heringsloch - Hinteres Raubschloß ( Winterstein ) - Reibetöpfel - Parkplatz Neumannmühle
Kilometer: 12
Sehr zeitig am morgen hieß es wieder aufstehen. Nach einem Frühstück haben wir unsere Sachen gepackt und sind zu unserem Wanderziel aufgebrochen. Erneut ging es ins Kirnitzschtal bis zur Neumannmühle. Dort haben wir auf einem Parkplatz für 3€ Gebühr unser Auto abgestellt. Auf einem asphaltierten Massentouristenwanderweg ging es ein paar Kilometer bis zum Zeughaus. Wer zeitig da ist, entgeht den Touristenmassen und kann diesen schönen Weg genießen. Am Zeughaus vorbei (nicht mehr als eine Gaststätte) sind wir dem gelben Querbalken gefolgt. Durch die Wolfschlüchte hindurch sind wir auf dem Rosssteig zum Goldstein gewandert. Ein zwar sehr steiler Aufstieg, der sich aber durch die schöne Aussicht mehr als lohnt. Wir legten eine größere Pause ein. Anja legte sich erst einmal in die Sonne und ruhte ein wenig. Nach einer Weile sind wir dem Rosssteig gefolgt und gelangten so zum Katzensteig. Zuerst sind wir mit dem blauen und dem gelben Wanderweg gelaufen. Später sind wir zum Großen Winterberg nur noch der blauen Markierung gefolgt. Als wir den Großen Winterberg erreichten, waren wir etwas enttäuscht. Das Restaurant ist eigentlich nur teuer und eine schöne Aussicht hatten wir auch nicht. Lang haben wir dort nicht verweilt. Nur schnell etwas gegessen. Dann sind wir dem Fremdenweg gefolgt bis zum Abzweig zum Heringsloch. Dort sind wir mit der grünen Balkenmarkierung durchs Heringsloch bis zur Kreuzung mit der roten Markierung gelaufen. Vorbei am Elfiturm durch das Hintergründl ging es zum „Hinteren Raubschloß“ auf dem Winterstein. Um hinauf zu gelangen, mussten wir die Himmelsleiter erklimmen. Eine etwa 10-15 m hohe freistehende Leiter, wo man durch die Sprossen den Abgrund sehen kann. Sie ist aber sehr gut befestigt und birgt keinerlei Gefahren. Mit ein bisschen klettern erreichten wir das „Hintere Raubschloß“. Eine grandiose Aussicht belohnte uns für den steilen Aufstieg auf den Winterstein. Wir legten eine längere Pause ein. Der Rückweg verlief entlang des roten Wanderweges. Wir sind einem Pfad mit Namen „Reibetöpfel“ quer durch die Pampa gefolgt. Es war ein unmarkierter Weg, wo der Pfad teilweise nicht mehr erkennbar war. Doch sind oftmals solche Wege die Schönsten. Schließlich sind wir wieder auf den asphaltierten Weg, der Zeughausstraße, gestoßen und sind diesem bis zu unserem Auto an der Neumannmühle entlang gewandert. Am Parkplatz war ein kühler Bach, wo wir erst mal die Füßchen ins erfrischende Nass gesteckt haben. Der Weg nach Hause war sehr lang. In Pirna haben wir im Stau gestanden, zum Glück nicht so lang. Anja brachten wir nach Berlin zurück und kehrten am Abend nach Wiesenburg zurück. Ein sehr schönes Wochenende und unser erster gemeinsamer Urlaub mit Anja.
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Unser Blick vom Winterstein

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