Wanderung auf den Brocken durchs Eckerloch am 27.12.2005
Dienstag, 27.12.2005
Eigentlich sollte ich an diesem Tag ins Büro. Doch mein Chef war so gnädig und gab
mir kurzfristig Urlaub. So konnten wir an diesem Tag uns zum Brocken aufmachen, um unsere
erste Schneewanderung zu absolvieren. Wir haben den selben Weg über die A2, A 14 und B 81
genommen, wie auf unserem Weg nach Thale. Dieses mal sind wir jedoch bis nach Schierke
gefahren. Ganze drei Stunden haben wir für diese Fahrt gebraucht. Auf einem Waldparkplatz
haben wir unser Auto abgestellt. War nicht ganz einfach zu erreichen. Sehr eng und
natürlich verschneit direkt an einem Bach entlang. Aber unser kleiner Polo hat dies
meisterlich geschafft. Da es sehr kalt war, hatte ich Sirkos Unterhosen an. War eine
super Idee bei 20 Grad Außentemperatur. Dem Parkplatz sind wir nach links zu einer großen
Hotelanlage gefolgt. Von dort aus ging es weiter entlang einer Langlaufloipe zum
Eckerlochsteig. Wir liefen durch hohen Schnee, überquerten vereiste Brücken und gingen
durch bizarr in Schnee und Eis gekleidete Wälder . Über die Schluftwiesen ging es zum
eigentlichen Aufstieg. Der Aufstieg mit insgesamt 500 Höhenmeter auf den Brocken war an
sich schon beschwerlich genug. Die vereisten Wege machten es nicht einfacher und an dem
glatten Geländer konnten wir uns auch nicht festhalten. Da es nur 6,5 km für den Aufstieg
waren, war die Steigung nicht unerheblich. Ebenso mussten wir aufpassen wohin wir treten,
denn unter dem Schnee befand sich nicht immer gefrorener Waldboden. Manchmal war da auch
ein Loch; ein bodenloses schwarzes Loch. Mühsam haben wir um jede 100 m gekämpft. Doch
hat sich der Weg durch den verschneiten Wald gelohnt. Der Vorteil von unserem Weg war
nicht nur, das er kürzer war. Es waren auch kaum Touris da, was wir doch so schätzen. Wir
hatten die Schneelandschaft für uns ganz allein. Irgendwann aber sind wir über eine große
Schneebarriere geklettert und kamen auf den ca. 3 km längeren Hauptweg. Da wimmelte es
nur so von Menschen. Wir reihten uns in die Schlange ein. An diesem Tag war es sehr
neblig. Sichtweiten teilweise unter 10 m ersparte uns, noch mehr Touris zu sehen. Der
Nachteil war, das wir vom Brocken an sich nichts gesehen haben. Das Brockenmuseum, total
vereist, ließ sich nur erahnen. Ebenso das Wolkenhäuschen und der Bahnhof. Von der
schönen Aussicht vom Brocken aus konnten wir nun gar nichts sehen. Die vereisten Äste der
Bäume zeigten alle samt in eine Richtung, so dass sich ein bizarres Bild ergab. So was
haben wir noch nie gesehen. Meine Haarfarbe war nicht mehr erkennbar, da diese ebenso
voller Eis waren wie Sirkos Bart. Bei unserem einsamen Wanderweg war es windstill. Hier
jedoch herrschten windige Verhältnisse, so dass die gefühlte Temperatur auf der Haut noch
mal um etliche Grad nach unten ging. Das war nicht schön! Auf der Suche nach etwas warmen
zu essen haben wir uns beim Brockenwirt genau den Platz vor der Kasse ergattert. Den
Platz wollte wohl keiner, da um unseren Tisch die hungrigen Touris standen, um sich ihr
Essen zu holen. Uns war es egal. Wir saßen, es war warm und das Essen hat geschmeckt. Wir
ließen uns viel Zeit, um etwas aufzutauen. Während dessen wurde die kleine Gaststube
immer voller und der eine oder andere beäugte unseren Tisch genauer. Anscheinend war
dieser Platz nun doch nicht mehr so schlecht, wenn man beim Essen sitzen kann. Irgendwann
fingen wir an, unsere Sachen zusammen zu packen, da kam bereits ein junger Bursche und
stellte seinen Rucksack auf unsere Bank, um den Tisch zu sichern. Drei Stunden hatten wir
für den Aufstieg gebraucht. Nun ging es erst mal auf den Hauptweg wieder hinunter. Man
konnte sich Schlitten ausleihen und den Weg hinunterrodeln. Der Nachteil war, das wir
hinter uns Rufe hörten, wir sollten aus dem Weg gehen, weil die Schlitten gefahren kamen.
Eine sehr gefährliche Sache, da man das Unheil nicht kommen sah. Sirko hätte sich auch
gern einen Schlitten ausgeliehen. Doch den hätten wir über das Eckerloch hinaufschleppen
müssen. Froh, endlich wieder vom Hauptweg abzukommen, folgten wir unserem verschneiten
Wanderweg hinab. Sirko, inspiriert von den Schlittenfahren, versuchte mit einem
Sitzkissen den vereisten Weg hinunterzuschlittern. Doch mehr schlecht als recht gelang
ihm dies, da der Weg nicht eben war, sondern sehr hügelig. Das Sitzkissen hat es nicht
gut überstanden und auch Sirkos Allerwertester dürfte sich beschwert haben. Der Abstieg
war gefährlicher als der Aufstieg, dann auf spiegelglatter Fläche nach unten zu laufen
und nur ein ebenso vereisten Geländer zu haben macht es etwas kribbelig. Wir sind aber
heil unten angekommen. Diese Wanderung war eine der schönsten überhaupt. Auch wenn es
sehr kalt war, haben wir noch nie solch schöne Schneewälder und bizarre Formen gesehen.
Der Schwierigkeitsgrad war relativ hoch, vor allem wegen des Wetters. Erschöpft und
glücklich sind wir nach Hause gefahren.