Daun 12.07.2006 - 17.07.2006



Mittwoch, 12.07.2006

Es war mal wieder Zeit für einen Kurzurlaub in die Eifel. Morgens ging es los auf die A9, A4, A5, A480, B49, A3, A48 und schließlich die A1. Die Autobahnen in den alten Bundesländern sind in keinem sehr guten Zustand. Darum haben wir auch sehr lang bis nach Daun in der Eifel gebraucht. Dank unseres mobilen Navigationsgerätes „Uschi“ haben wir in Daun unsere Ferienwohnung „Sonnenblume“ schnell gefunden. Eine sehr günstige Wohnung, wunderschön eingerichtet, nur zu empfehlen.

Nach dem wir uns eingerichtet hatten, sind wir noch mal los gefahren, die Umgebung erkunden. Zuerst suchten wir eine Einkaufsmöglichkeit, der Lidl war schnell gefunden. Durch Zufall sind wir an einer Sommerrodelbahn vorbei gekommen, bei der Sirko nicht wiederstehen konnte. Nachdem er einmal gerodelt ist, sind wir zum Dauner Wildpark gefahren.

Dort kann man mit dem Auto durchfahren. Der Park an sich ist ein riesiger Wald mit Bächen, Lichtungen und Dickichten. Hier kann man in freier Wildbahn Rotwild, Damhirsche, Mufflons, Wildschweine, Yaks und Dybowski-/Sikawild als ein Safari-Erlebnis der besonderen Art erleben. Im Affenfreigehege leben über 40 freilaufende Berberaffen. Durch dieses läuft man durch. Ein ganz besonderes Erlebnis. Da wir sehr spät erst da waren, hatten wir den Park für uns allein. Die Lamas kamen angerannt und schauten auch mal zum Auto herrein. Die kleinen Frischlinge rannten aus allen Richtungen heran, sobald wir mit der Maisschachtel schüttelten.

Unser erster Tag war daher unvergesslich.
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Donnerstag, 13.07.2006

An diesem Tag hatten wir viel vor. Gleich früh am Morgen sind wir bei schwülem Wetter zu den Dauner Maaren aufgebrochen (Vulkaneifel). Maare sind eine kraterförmige Vertiefung, die durch vulkanische Gasexplosionen entstanden. Zumeist sind diese rund oder oval und wirken wir wunderschöne Seen. Unser Parkplatz war beim „Gmünder Maar“ auf ca. 420 m Höhe. Wir folgten den Daunrundwanderweg 415 hinauf zum Mäuseberg und dem darauf stehenden Dronketurm (561m). Der 10,5 m hohe Dronketurm erinnert an den Gründungsvater und ersten Hauptvorsitzenden des Eifelvereins Dr. Adolf Dronke. Im Hintergrund donnerte es leicht und wir dachten schon, gleich kommt ein Gewitter und wir werden nass. Doch mehr als ein Grollen war den ganzen Tag nicht zu hören. Vom Dronketurm aus ging es weiter am Weinfelder Maar vorbei (484m) zum 2-Maare-Blick. Hier kann man von der Straße aus auf der einen Seite das Weinfelder Maar und auf der anderen Seite das Schalkenmehrener Maar sehen. Nach dem wir uns an diesem schönen Anblick satt gesehen hatten ging es weiter rund um das Schalkenmehrener Maar nach Schalkenmehren. Eine kleine verschlafene Ortschaft, wo wir uns bei einem kleinen Tante Emma laden etwas Süßes gegönnt hatten. Durch den Ort gelaufen kamen wir wieder zum Maar und schließlich hatten wir es umrundet und waren wieder am 2-Maare-Blick. Unser Weg führte uns dann zur Kapelle am Weinfelder Maar und schließlich zurück zum Parkplatz. Dann begann unser zweiter Teil an diesem Tag. Wir machten uns auf nach Köln. Denn in Köln hatten wir am Abend ein Konzert von Eric Clapton . Mit Uschis Hilfe sind wir zum Parkhaus der Kölnarena gefahren. Dann kam das, was Sirko immer befürchtet hatte. Wir sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren. Sirko war in voller Panik, wir kommen nirgends richtig an. Kein Vertrauen in die öffentlichen Verkehrsmittel. Wider erwartend haben wir die paar Stationen mit der S-Bahn erfolgreich gemeistert und kamen an unserem Ziel, dem Kölner Hauptbahnhof, tatsächlich an. Leider entsprach Köln nicht unbedingt unseren Erwartungen. Der Kölner Dom war total zugebaut und mit Menschenmassen überlaufen. An sich ein sehr eindrucksvolles Gebäude, vor allem wenn man die Geschichte bedenkt und die Bauzeit. Doch passt der moderne Hauptbahnhof überhaupt nicht neben diese architektonische Meisterleistung. Es war furchtbar laut und sehr dreckig. Wir machten uns die Mühe, auf den Kölner Dom zu steigen (97 hm, 509 Stufen). Es ging ständig im Kreis, die Luft war sehr stickig. Und der Ausblick auf Köln entlohnte keinesfalls für die Strapazen. Der Turm war vergittert, so dass wir keine schöne Sicht auf die Dom oder die Stadt hatten. Köln von oben kann man sich sparen. Da ist Berlin vom Fernsehturm aus ein wesentlich schönerer Anblick. Enttäuschend sind wir wieder abgestiegen. Als nächstes wollten wir ein Eis essen. Haben uns auch in ein Cafe gesetzt, haben die Karte aufgeschlagen und gleich wieder zugemacht. Die wollten doch tatsächlich für 3 Kugeln Eis über 8 €. Das es teuer ist in einer Großstadt, ist ja klar. Aber diese Preise sind Wucher. Als nächstes ging es ohne Eis zum Rhein, die nächste Enttäuschung. Der Fluss war dreckig und stank ganz furchtbar. Wir haben dann dort in einem Restaurant doch noch was gegessen. War vom Preis ganz ok. Dann war zum Glück die Zeit für das Konzert ran. Wir sind schnellst möglich zur Kölnarena gefahren. Eines steht nach diesem Stadtbummel fest: nie wieder Köln. Am Parkhaus zur Kölnarena standen die Menschen in der Schlange wegen kostenlosen Parktickets. Die gibt es, wenn eine Veranstaltung in der Kölnarena ist. Da wir so schlau waren und zeitig genug da waren, mussten wir jetzt nicht mehr anstehen sondern konnten gleich weiter laufen. Das Konzert begann gegen 20 Uhr mit der Vorband. Danach ließ sich Herr Eric Clapton eine ganze Weile bitten. Das Pfeifkonzert hatte ihn dann doch hinaus gelockt. Das Konzert war eher mittelmäßig, andere fanden es super. Für unseren Geschmack hatte er zuviel Gitarrensolos. Wir hatten etwas anderes erwartet. Es war teilweise so laut, das es die Lautsprecher nicht mehr geschafft hatten und zu pfeifen begannen. Nach einer Weile war es endlich vorbei und wir quälten uns mit tausend anderen Leuten aus dem Parkhaus heraus und waren erst gegen halb zwei Morgens wieder in Daun. Abgesehen von der Wanderung war dieser Tag sehr schlecht verlaufen.
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Freitag, 14.07.2006

Weil wir erst mitten in der Nacht nach Hause gekommen waren, haben wir an diesem Tag bis 07:30 Uhr geschlafen. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es nach Kordel bei Trier ins Butzerbachtal. Wir wollten uns die Burgruine Ramstein anschauen. Wir parkten auf einem sehr kleinen Wanderparkplatz. Obwohl wir sehr spät da waren, stand auf dem Parkplatz nur ein Auto. Liegt sicherlich daran, dass diese Ecke nur schwer zu finden ist. Selbst Uschi hatte da so ihre Probleme. Es ging durch das Butzerbachtal, wunderschöne grüne Wälder, entlang eines kleinen Flüsschens. Wir haben Wasserfälle gesehen und sind auf eine schöne Waldlichtung gekommen. Eigentlich sollte es weiter zum römischen Bergwerk gehen, doch haben wir dieses nicht gefunden. Hier kann einmal angemerkt werden, das die Wegmarkierungen katastrophal waren. Da sollte sich der Eifel Verein mal die Wandermarkierungen bei den Tschechen zu Gemüte führen. Wir haben von einigen erfahrenen Wanderern gehört, die sich verlaufen hatten. So was passiert in der Häufigkeit wegen fehlender, oder noch schlimmer, wegen falscher Markierungen. Wie dem auch sei, wir fanden das römische Bergwerk nicht und sind vorbei an der Spitzlay (schöne Aussicht auf die Burgruine Ramstein) in Richtung Klausenhöhle gewandert. Diese Höhle haben wir uns aus Zeitmangel nicht angeschaut. Interessanter für uns war die Geyersley, ein großer Sandsteinfelsen, von dem aus man das ganze Kylltal und die Burg überschauen kann. Kurz darauf kamen wir zur Genovevahöhle. Eine wunderschöne riesige Höhle mit einer bewegenden Geschichte. Genoveva war die Gemahlin des Pfalzgrafen Siegfried. Als dieser in den Krieg zog, versuchte sein Schlossverwalter Golo, die schöne Gräfin zu verführen. Doch diese blieb tugendhaft. Aus Rache bezichtigte er sie der Untreue und behauptete, das Kind, das sie von Siegfried empfangen hatte, sei von dem Koch. Siegfried befahl daraufhin, seine Gattin mit dem Kind, das sie ihm in der Zwischenzeit geboren hatte, umzubringen. Die Jäger, die Genoveva und das Kind im Wald töten sollten, hatten jedoch Mitleid. Genoveva musste versprechen, sich mit dem Kind für immer in den Wäldern zu verstecken. Die Jäger brachten Siegfried die Augen eines Hundes statt die der Gräfin. Genoveva und ihr Kind fanden in der heute nach ihr benannten Höhle Unterschlupf. Sie ernährten sich von den Früchten des Waldes und der Milch einer treuen Hirschkuh. Siegfried bereute schon bald seine Entscheidung und verfiel in tiefe Traurigkeit. Über sechs Jahre später stieß er mit seiner Jagdgesellschaft auf die Hirschkuh. Er verfolgte sie und kam zu Genovevas Höhle. Der Graf war überglücklich, seine Frau und seinen Sohn wieder zu finden. Er nahm sie mit ins Schloss, und der böse Golo wurde gevierteilt. Die Jahre in der Wildnis hatten Genoveva allerdings so sehr geschwächt, dass sie bald darauf starb. Nach dem wir einige Zeit in der Höhle verbracht hatten, sind wir weiter ins Kylltal gelaufen und kamen schließlich zur Burgruine Ramstein. Die Ruinen der Burg Ramstein (Radbodstein) stehen auf einer Anhöhe am Rand des Meulenwaldes im unteren Kylltal bei Kordel. Unterhalb der Ruine ist eine Gaststätte, wo wir einen leckeren Eisbecher zu uns genommen haben. Das schattige Plätzchen bot uns einen hervorragenden Blick auf die wunderschöne Natur. Dieses mal machten wir eine ziemlich lange Pause, bevor wir uns dann zur Burgruine begaben um diese zu erkunden. Hinter der Gaststätte ging es in Stufen hinauf und über eine kleine Holzbrücke gelangten wir zur Ruine. Leider stehen nur noch ein paar Wände, doch läst sich die Größe der Burg erahnen. Anschließend wanderten wir zum Auto zurück und fuhren nach Trier. Diese Stadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Kaiser Augustus gründete das römische Augusta Treverorum um 16 v. Chr. In der Nähe eines Stammesheiligtums der keltischen Treverer. Keine andere deutsche Stadt birgt so viele bedeutende Monumente einer über 2000-jährigen Geschichte. Die römischen Baudenkmäler wie z.B. Porta Nigra oder die Basilika sind sehr gut vom Stadtzentrum zu erreichen. Trier ist Bezirkshauptstadt des gleichnamigen Regierungsbezirkes, Bischofs- und Universitätsstadt sowie Mittelpunkt des Weinbaugebiets Mosel, Saar und Ruwer. Am faszinierendsten war für uns die Porta Nigra (ca. 180 Chr. erbaut), das schwarze Tor. Sie ist das am besten erhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen. Zu Bauzeiten war das Tor noch weiß gewesen, im Laufe der Jahrhunderte jedoch ist es auf Grund der Russablagerungen schwarz geworden, wodurch es seinen heutigen Namen bekam. Der Eintritt ist mit 2€ sehr günstig und auch lohnend. Weiter ging es zum Dom St. Peter, die älteste Bischofskirche und zur Liebfrauenkirche. Die Konstantinbasilika beeindruckt weniger durch ihre schlichte Robustheit. Sie ist ein riesiges Gebäude mit nur einem einzigen Raum. Doch gleich nebenan steht das kurfürstliche Palais, ein völliger Widerspruch zur Basilika. Es gilt als einer der schönsten Rokoko-Paläste der Welt (um 1615 erbaut). Die Jesuitenkirche haben wir nur von außen bewundert, denn wir waren bereits spät dran. In Trier sind alle diese Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Nähe, so dass diese wunderbar zu Fuß zu erkunden sind. Unbedingt einmal Trier besuchen! Anschließend wollten wir nach Wasserbillig in Luxemburg tanken fahren. Denn dort ist ja der Sprit wesentlich billiger. Ist von Trier aus nur 7 km entfernt. Wir sind auf die Autobahn 64 gefahren und standen nach 1 Minute bereits im Stau. Die Luxemburger Polizei hatte sich an diesem Tag (14.Juli Nationalfeiertag in Frankreich und somit Fahrverbot für LKW’s) die Kontrolle der LKW’s vorgenommen. D.h. aus der 2-spurigen Autobahn war eine 1-spurige Autobahn geworden. Klasse! Wir haben für die 7 km ungefähr eine Stunde gebraucht in der brütenden Hitze. Klimaanlage des Autos wurde ausgemacht, kostete uns viel Sprit. Irgendwann waren wir in Luxemburg. Das Benzin war wirklich billiger, doch auf Grund des Staus hatten wir nun gar nichts gespart. Pech gehabt. Über Landstraße sind wir wieder nach Deutschland eingereist und zurück nach Daun gefahren. An diesem Abend hatten uns unsere Vermieterin zum grillen eingeladen und wurde dies noch ein sehr schöner Abend. Erst gegen Mitternacht kamen wir ins Bett. Ein sehr ereignisreicher Tag.
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Samstag, 15.07.2006

Obwohl wir am letzten Abend spät ins Bett gekommen sind, sind wir bereits 6:30 Uhr aufgestanden. Wir wollten zeitig los, um früh an unserem einzigen Klettersteig in der Eifel zu sein. Unsere Fahrt führte uns nach Boppard, wo wir auf einem riesigen Parkplatz unser Auto abstellten. Durch die Unterführung fanden wir den Wanderweg hinauf zum Einstieg des Klettersteiges. Auf den kleinen Berg führt natürlich auch ein normaler Wanderweg. An einer Kreuzung kann man sich entscheiden. Wir sind nach rechts abgebogen, zum Klettersteig.Der Klettersteig besteht hauptsächlich aus Leitern oder in den Fels gehauene Eisenklammern. Ein sehr einfacher Klettersteig, ideal für Anfänger. An einer Stelle, wo es nur auf Tritthilfen eine Wand entlang ging, haben wir unser Klettergeschirr angelegt. An sich wäre es nicht notwendig gewesen. Doch damals war es erst unser zweiter Klettersteig. Und Sichern ist keine Schande! Der Klettersteig bietet einen wunderbaren Blick auf den Rhein. Ist einen Besuch auf jeden Fall mal wert. Nachdem wir den Klettersteig absolviert hatten, suchten wir uns den Wanderweg zusammen. Wieder einmal waren kaum Markierungen angebracht, so dass wir uns sogar verlaufen haben. An der Engelseiche sind wir auf nun endlich markierten Wegen zum Vierseenblick gelaufen. Dieser Aussichtspunkt auf den Rhein heißt so, weil kleine Hügel den Blick auf den Rhein teilweise so beeinträchtigen, das man glaubt, man sehe vier See und nicht einen großen Fluß. Nach dem wir bei der dortigen Gaststätte für sehr teuer Geld mit den Massen an Touris Kuchen gegessen haben, sind wir weiter zum Gedeonseck. Schließlich ging es bergab, die Seilbahn über den Köpfen. Doch wir waren schneller als die Seilbahn. Anschließend haben wir uns die Stadt Boppard angeschaut. Eine sehr schöne Stadt am Rhein. Hier stinkt der Fluß nicht und wir haben uns für eine Weile auf eine Bank gesetzt und beobachteten den Fluß. Weiter sollte es zur Burg Cochem gehen. Doch leider haben wir keinen Parkplatz in dem Ort Cochem gefunden. Hoffnungslos überlaufen mit Touris. Daher haben wir sie uns von einem Hügelchen aus angeschaut. Sah schon schmuck aus. Vielleicht kommen wir noch einmal dahin. Unser nächstes Ziel an diesem Tag war der Nürburgring gewesen. Nürburg liegt von Daun nur 20 km entfernt. Da wollten wir uns diese berühmte Rennstrecke einmal anschauen. Mit 10€ Eintritt pro Person sehr teuer. Es ist sehr laut und die Dimensionen kann man auch nur erahnen. An sich ein zu teures Vergnügen. Es fand das 1000 km Rennen statt. Hatte gerade begonnen. Wir dachten uns, wir kommen am Abend wieder, wenn es dunkel ist und die Autos mit Licht fahren. Dann man kam am selben Tag mit der Eintrittskarte mehrmals hinein. Also sind wir nach Wallenborn und zum „Wallenden Born“ gefahren. Dieser wird auch liebevoll „Brubbel“ genannt. Der Wallende Born ist ein Kaltwassergeysir in der Vulkaneifel und ist neben dem Geysir Andernach auf dem Namedyer Werth der einzige aktive Kaltwassergeysir Deutschlands. Alle 35 Minuten finden die Eruptionen statt. Zu Beginn der Eruption steigt das Wasser im Brunnenschacht langsam an und das Gas perlt stärker werdend aus. Eine Eruption dauert keine 5 Minuten. In der Regel sprüht eine große Wasserfontäne heraus. Doch als wir da waren, kam nur eine kleine Fontäne. Das lag daran, dass die vorangegangene Eruption sehr stark ausgefallen war und nun eine kleinere folgte. War aber trotzdem sehr schön anzuschauen und ein einmaliges Erlebnis. Mit einem Euro Eintritt pro Person auch sehr günstig. Anschließend sind wir zurück nach Daune gefahren, haben etwas gegessen und uns hübsch für den Nürburgring gemacht. Als wir am Abend da waren, war das Rennen bereits vorbei. Wir haben nicht bedacht, wie wenig eigentlich 1000 km sein können, wenn man mit sehr schnellen Autos fährt. Also sind wir zur Burg Nürburg gelaufen, die natürlich nicht mehr geöffnet hatte. So sind wir einmal um die Nürburg gelaufen und haben einen sehr schönen Sonnenuntergang gesehen. Hatte sich also doch noch gelohnt, nach Nürburg zu fahren.
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Die grosse Rheinschleife bei Boppard

Sonntag, 16.07.2006

Unser letzter Tag in der Eifel war auch unser schwierigster gewesen. Ein heißer Tag, sehr schwül. Zeitig ging es wieder los. Gegen 9 Uhr waren wir am Ausgangspunkt unserer Wanderung; ein Parkplatz beim Hotel zum Elztal in Möntenich. Dort standen auch LKW’s und wie konnte es auch anders sein, stand da ein Berliner. Schön, ein bisschen Heimat im Westen zu haben. Wir waren nicht ganz sicher, ob wir dort parken durften, aber eine andere Möglichkeit gab es nicht. Schuhe umgezogen und es ging los über die Landstraße Richtung Pillingerheck. Bei einem Parkplatz sind wir links abgebogen und durch das Etzbachtal gewandert. Die Sonne brannte vom Himmel bereits auf uns herunter. Als wir endlich im Wald waren, wurde die Situation nicht besser. Uns verfolgten Stechfliegen zu hunderten. Wenn wir irgendwo hingetreten haben, kam gleich eine ganze Wolke Stechfliegen aufgeflogen. Wir rannten förmlich um unser Leben. Es war schlimm. Dazu kam noch, dass der Weg zur Burg Eltz kaum beschildert war, so dass wir uns auch noch verlaufen haben. Plötzlich standen wir vor einem Fluß ohne Brücke, die Stechfliegen hinter uns. Wir sind über Steine, die wir im Fluß versenkten, auf die andere Seite gekommen. Vorerst hatten wir Ruhe vor den Monstern. An sich ist dies eine sehr schöne Wanderung. Aber schon ein paar Minuten später kamen vereinzelte Stechfliegen wieder. Die wollten einfach nicht aufgeben. Irgendwann hatten wir unser erstes Ziel, die Burg Eltz erreicht und die Stechfliegen blieben auch im Wald. Die Burg Eltz bei Wierschem gilt als eine der schönsten Burgen Deutschlands. Sie liegt im Tal der Elz, die das Maifeld von der Vordereifel trennt. Gemeinsam mit dem Schloss Bürresheim ist die Burg Eltz (erbaut zu Beginn des 12. Jahrhunderts) die einzige Anlage in der Eifel, die niemals erobert oder verwüstet wurde und die Kriege des 17. und 18. Jahrhunderts sowie die gesellschaftlichen Umbrüche der Französischen Revolution unversehrt überstehen konnte. Die Führung war sehr interessant gewesen. Und wir hatten erfahren, warum die Burg Eltz die Jahrhunderte so gut überstanden hatte. Die Eigentümer standen immer auf der richtigen Seite. Kann man interpretieren wie man will. Die Schatzkammer haben wir uns nicht angeschaut, da wir hätten noch mal teuer Eintritt bezahlen müssen. Günstig ist diese Burg nicht. Anschließend haben wir beim dortigen Restaurant etwas gegessen. Leider konnten wir dort nicht in Ruhe sitzen. Denn eine große Gruppe Mädchen mussten dort lauthals singen, das einem die Ohren abgefallen sind. Furchtbar. Es waren keine schönen Lieder sondern Abzählreime oder sogar das Lied zur Fußball-WM. Wir haben dann die Flucht ergriffen. Selbst aus einem Kilometer Entfernung waren die Mädels noch zu hören gewesen. Es ging weiter zur nächsten Sehenswürdigkeit, die Burg Pyrmont. Der kaum markierte Wanderweg führte uns erneut durch das Elzbachtal bis kurz unterhalb von Möntenich. Stechfliegen kamen uns vereinzelt besuchen. Wir mussten eine Landstraße überqueren und sind in der heißen Sonne bei über 36°C zur Pyrmonter Mühle gelaufen. Wir hatten kaum noch Wasser vorrätig und haben deshalb in der hiesigen Gaststätte eine große Flasche Wasser für sehr teueres Geld gekauft. Es war sehr entspannend dem kleinen Wasserfall beim plätschern zu beobachten. Dann haben wir unseren vorerst letzten Anstieg zur Burg auf der Straße in der Sonne bewältigt. Die Burg Pyrmont steht westlich von Münstermaifeld nahe Roes und Pillig auf einem Schieferfelsen über dem Wasserfall des Elzbachs in der südlichen Eifel und wird oft als "die schönste Ruine der Eifel" bezeichnet. Das konnten wir sehr gut nachvollziehen. Die Burg konnten wir alleine besichtigen, in den Räumen herrlich „lustwandeln“. Sie kann für Veranstaltungen und Hochzeiten gemietet werden. Überall rankten Rosen an den Burgwänden in die Höhe, eine wunderschön geschnittene Burganlage. Da sah Burg Eltz nicht so schön aus. Herrlich romantisch. Wir verbrachten viel Zeit dort, länger als auf der Burg Eltz. In dem dortigen Restaurant, das wir eine Ritterstube eingerichtet ist und auch dementsprechendes Geschirr vorhanden ist, kann man ein richtiges Ritteressen veranstalten. Sehr schade, das Burg Pyrmont soweit weg von Wiesenburg liegt. Wer einmal in der Eifel ist, sollte sich diese Burg nicht entgehen lassen. Zum Schluss wurde es für unsere Wanderung noch einmal richtig anstrengend. Wir mussten fast einen Kilometer auf Landstraße bergauf in der knalligen Sonne laufen, um zu unserem Auto zu gelangen. Letztlich haben wir 18 km zurückgelegt bei 36°C und mörderischen Stechfliegen. Ein sehr bewegender Tag. Völlig erledigt sind wir nach Daun zurück gefahren. Zum Glück lag unsere Ferienwohnung im Erdgeschoß, so dass es schön kühl bei uns war.
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Montag, 17.07.2006

Unser Abreistag kam viel zu schnell. Viel haben wir erlebt, Sehenswürdigkeiten bestaunt und so manche Monster kennen gelernt. Zum Abschied haben wir unserer Vermieterin ein Gästebuch da gelassen. Sie hat zwar eines auf der Homepage, doch finden wir ein handschriftliches Buch besser. Ist immer sehr interessant, wer sich da so verewigt. Unsere Abreise hatte sich wie immer verzögert. Erst gegen 11 Uhr haben wir es geschafft und sind Richtung Heimat aufgebrochen. In diesem Kurzurlaub sind wir über 2000 km gefahren. Ohne Probleme kamen wir in Wiesenburg an.