Königstein 27.10.2006 - 31.10.2006



Freitag, 27.10.2006

Um den letzten Feiertag in Brandenburg optimal nutzen zu können, sind wir über ein verlängertes Wochenende Richtung Nürnberg gefahren. Am Mittag ging es wieder los. Wir standen auf der A9 zwar einmal kurz im Stau, ansonsten waren die Verkehrsbehinderungen auf der anderen Seite der Autobahn. In Pegnitz sind wir von der A9 abgefahren und sind der B85 nach Auerbach gefolgt. Dort haben wir nach einer Wanderkarte Ausschau gehalten und haben zwar eine bekommen, doch war der Maßstab mit 1:50000 sehr groß. Was Besseres fand sich jedoch nicht. Weiter ging es nach Königstein (nicht das bei Dresden), wo wir unsere Ferienwohnung bei Familie Kellermann hatten. Die Ferienwohnung war sehr schön eingerichtet und sehr günstig. Sie hatte alles zu bieten, z.B. war die Bettwäsche und Handtücher inklusive und das für nur 27€/Tag. Ein besseres Preis-Leistungsverhältnis hatten wir bisher nicht. Zufrieden packten wir unsere Sachen aus und hofften auf gutes Wetter.

Samstag, 28.10.2006

Hinweis zum Hohenglücksteig In der Hersbrucker Schweiz gibt es zwei Klettersteige. Den ersten, den Höhenglücksteig, wollten wir an diesem Tag in Angriff nehmen. Zeitig sind wir wie immer aufgestanden und nach Hirschbach gefahren. Am Ortsausgang haben wir auf einem größeren Parkplatz unser Auto abgestellt. Vom Parkplatz aus ging es gleich steil nach oben. Am Anfang hatten wir noch gute Wegmarkierungen. Dann jedoch wurde dies sehr mangelhaft und teilweise zweideutig. Wir sind immer nach der Devise gelaufen; im Zweifelsfall geradeaus. War auch immer richtig so. Der Höhenglücksteig ist in 3 Abschnitten geteilt, die nochmals unterteilt sind. Der erste Teil gliedert sich in 1. Einstieg Kamin, 2. Kurzes Band, 3. Neutras-Brettl, 4, Heuchlinger Blick, 5. Echowand, 6. Pfeffer-Brettl, 7. Scharfes Eck, 8. Hollederer Brückl, 9. im Winkel, 10. Wittman-Brettl, 11. Quergang, 12. „Hüpfer“und 13. Lug ins Land mit einer fantastischen Aussicht. Der erste Teil ist nicht zu unterschätzen. Dadurch, dass alles nass war, war es sehr rutschig gewesen. Wir hatten teilweise nur sehr schweren Halt auf dem nassen Gestein. Der Vorteil dieses Klettersteiges lag darin, das man die Passagen umgehen konnte. Es gab immer noch einen Wanderweg. Denn die Drahtseile sind an Felsen gespannt, die mitten in der Landschaft stehen. Die Wittmann Schikane hatte nur Sirko absolviert. Er hatte sehr zu kämpfen, nicht abzustürzen. Unsere Armmuskeln wurden beim Umschnappen der Karabiner sehr beansprucht. Wir hatten den Klettersteig etwas unterschätzt. Weiter ging es mit dem zweiten Teil. Dieser Schöne Querung beim Hohenglücksteig gliederte sich in 1. Petrus Brettl, 2. Hirschbacher Kanzel, 3. Kamin, 4. Frankenkammer und der Garstner Weg. Den Kamin und die Frankenkammer haben wir nicht absolviert, da es keine Sicherung gab und es einfach zu nass und rutschig war. Es ist zu empfehlen, den Klettersteig im Sommer zu begehen. Den dritten und letzten Teil haben wir komplett weggelassen. Bis zum Kletterseil waren es ein paar Meter und der Fels war einfach zu rutschig für uns. Sirko hatte es versucht, ist aber nicht weit gekommen. Das war uns zu gefährlich. Das es aber möglich ist, zeigten uns drei Kletterer, die wir beobachten konnten. Sie hatten zwar auch schon ihre Mühe, haben es aber geschafft. Doch wir waren nicht bereit, das Risiko einzugehen. Wir sind auf den Felsen geklettert und hatten von dort oben einen schönen Ausblick. Leider war es sehr düster und Wolkenverhangen. Aber wir sind nicht nass geworden. Der Nachteil dieses Klettersteiges besteht darin, das man mit der Klettersteigausrüstung die ganz Zeit unterwegs waren. Denn die einzelnen Abschnitte liegen teilweise sehr weit auseinander, so dass erst dorthin gewandert werden muss. Wir legten unser Klettersteigset ab und begaben uns auf dem Wanderweg Richtung Schmidtstadt und später dann Hauseck. Bei Hauseck sollte eine Ruine auf dem Schlossberg sein, doch haben wir diese nicht gefunden. Anschließend sind wir zum Parkplatz nach Hirschbach zurück gelaufen. Damit hatten wir unsere 8 km in 6 Stunden geschafft. Es war 14 Uhr und wir wollten noch ein bisschen schoppen. Dafür sind wir nach Hersbruck gefahren. Leider waren alle Geschäfte bereits zu. Offensichtlich klappen die Bürger am Samstag bereits die Bürgersteige hoch. Da sind wir gar nicht mehr gewohnt. Bei uns machen die Geschäfte erst gegen 16 Uhr zu am Samstag. Dann sind wir nach Lauf gefahren und haben doch tatsächliche in paar offene Geschäfte angetroffen. Lauf ist eine sehr schöne Stadt. Vielleicht besuchen wir sie später mal wieder. Am späten Nachmittag ging es zurück nach Königstein. Gerade rechtzeitig sind wir zu Hause angekommen, als der Regen einsetzte.
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Sonntag, 29.10.2006

Sirko hängt am Noristörle Der Tag begann bereits mit Nieselregen. Deshalb sind wir etwas später aufgestanden in der Hoffnung, es würde aufhören. Dem war aber leider nicht so, so dass wir im Regen nach Fischbrunn gefahren sind. Da es nur Nieselregen war, hatten wir uns zur Wanderung doch noch entschlossen. Der Wanderparkplatz, der dort einmal war, ist nicht mehr vorhanden. Es gab vielleicht drei Parkmöglichkeiten. Also zeitig da sein. In Fischbrunn sind wir dem roten Punkt als Wandermarkierung gefolgt, wo es gleich steil bergauf ging. Schnell waren wir im Wald und da war der Nieselregen kaum noch zu spüren. Unser Ziel war an diesem Tag der letzte Klettersteig, der Norissteig. Dabei kamen wir zuerst zur Amtsknechtshöhle. Auf Grund des Regens war dieser Felsen sehr rutschig und wir haben lange überlegt, ob wir es wagen sollten.. Da der Teil des Klettersteiges von Anfang an mit Drahtseil gesichert war, haben wir den Felsen doch noch erkundet. Unsere Rucksäcke ließen wir am Fuße des Felsen stehen und sind nacheinander den Klettersteig gegangen. Dabei mussten wir in ein kleines Loch kriechen und waren so in einer Höhle. Platzangst sollte man nicht haben. Es ging durch die Höhle durch und über Felsblöcke die Wand empor. Sirko hatte dies so gut gefallen, das er diesen Teil mehrfach gegangen ist. Weiter ging es in Klettersteigausrüstung durch das Hirschbachtal über mehrere Felspartien rauf und runter. Unser nächstes Ziel war das Noris-Törle, eine originelle Felsformation. Sieht aus wie ein steinernes Tor. Sirko hatte sich ein paar Mal daran gehangen. So begehen war es nicht, da dies eher etwas für Kletterer ist. Weiter ging es zum Brettl (30m hoch), wo wir am Drahtseil auf Stahlstiften entlang einer Wand geklettert sind. Nicht ganz ungefährlich, da es sehr rutschig war. Den Sprungstein und den Frankekamin haben wir ausgelassen, da beides ohne Sicherung gewesen wäre und es einfach zu rutschig war. Als letztes kam die Mittelbergwand. Da musste man zuerst einen langen Kamin ohne Sicherung überwinden, bevor weiter oben das Drahtseil zu erreichen ist. Mit Rucksack war dies nicht möglich. Darum ist Sirko als Erster gegangen und ich habe auf unser Gepäck aufgepasst. Zuerst kam er den Kamin nicht hoch, da die erste Eisenklammer sehr weit oben angesetzt war. Ich habe ihm den Tipp gegeben, eine Bandschlinge einzuhängen. Dies tat er auch und konnte mit dem Fuß in die Schlinge fahren und hatte so die Möglichkeit, an die Eisenklammer zu kommen. Der Rest war einfach. Irgendwann kam er auf der anderen Seite wieder hinunter, denn es gab natürlich auf den Gipfel auch einen Wanderweg. Als ich mich dann an den Aufstieg machte, kam gerade die Sonne Sweti allein in der Mittelbergwand heraus. Ich nutze die Bandschlinge genauso wie Sirko und kam so auf die Mittelbergwand. Oben angelangt war ein Gipfelkreuz und ich hatte eine fantastische Aussicht auf das Hirschbachtal mit Sonnenschein im glänzenden Herbstgewand. Einfach Klasse. Mitten im Klettersteig gab es ein Gipfelbuch, in das wir uns eingetragen hatten. Ich suchte mir einen Weg nach unten, da kam mir plötzlich Sirko entgegen. Er wollte von uns beiden ein Gipfelfoto machen. Gesagt, getan und es ging wieder hinunter zu unseren Rucksäcken. Als wir dann aufbrechen wollten, haben wir ein Pärchen gesehen, das von der Mittelbergwand absteigen wollte. Wir warteten, vielleicht brauchten sie ja unsere Hilfe. Die Frau hatte sichtlich Mühe mit dem Abstieg in dem engen Kamin. Wir haben ihnen die Rucksäcke abgenommen, da ging es dann leichter. Anschließend sind wir nach unserer 10 km langen Wanderungen zur Maximilliansgrotte gefahren und haben sie uns bei einer schönen Führung angeschaut. Im dortigen Restaurant haben wir etwas gegessen und sind dann glücklich nach Hause gefahren. Der Tag war doch noch schön geworden.
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Panorama von der Mittelbergwand aus

Montag, 30.10.2006

Die Kaiserburg in Nürnberg An unserem letzten Tag wollten wir uns unbedingt Nürnberg anschauen. Wir sind wie immer zeitig aufgestanden und sind noch im Regen nach Nürnberg gefahren. Was wir dabei nicht beachtet hatten war, das die Geschäfte erst gegen 9 Uhr, bzw., gegen 09:30 Uhr geöffnet hatten. Wir waren zu zeitig da und mussten bereits Parkgebühren bezahlen, obwohl wir noch nicht einkaufen konnten. Unser erster Weg führte uns in ein Kaufhaus, das Frankencenter. Mit 1,50€ Parkgebühr pro Stunde recht teuer. Hauptsächlich sind wir ins Frankencenter gefahren, weil wir ein Outdoorgeschäft gesucht hatten. Jedoch war dies nicht von Erfolg gekrönt. Haben eine Stadtplan von Nürnberg gekauft und sind in die Altstadt gefahren. Bei der Frauenkirche haben wir geparkt und sind über den dortigen Marktplatz geschlendert. An diesem Tag war auch gerade Markt, alle Buden in einer einheitlichen Farbe. Wir haben eine Würstchenbude gesucht, wollten original Nürnberger Bratwürstchen. Doch gab es keine Bude, sondern nur richtige Restaurants. Nürnberg ist eine sehr schöne Stadt, unbedingt einen Besuch wert. Nicht so schlimm wie Köln. Wir haben die Kaiserburg besucht, eine der unzähligen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Nachdem sogar die Sonne herauskam, sind wir durch die dortige Einkaufsstraße geschlendert. Leider war unsere Suche nach einem Outdoorgeschäft immer noch nicht erfolgreich. So sind wir in eine Touristeninformation gegangen und haben so die Adresse eines solchen Geschäftes erfahren. Sind gleich in die Geschäfte gegangen, weil ich nach ein paar Schuhen gesucht habe. Doch hatten keine gepasst und auch für Sirko war nichts dabei. So sind wir noch nach Erlangen gefahren, zu Globetrotter. Dieses Geschäft hat aber nichts mit der großen Kette Globetrotter zu tun, wie wir dort erfahren haben. Die Beratung dort war hervorragend. Der nette junge Mann hat sich zwei Stunden für uns Zeit genommen, so dass ich die perfekten Wanderhalbschuhe gefunden habe. Sirko hat ja Problemfüsse, für ihn haben wir deshalb leider nichts gefunden. Aber wir können das Geschäft in Erlangen nur empfehlen. Glücklich über meine neuen Schuhe ging es am Abend wieder zurück nach Königstein.
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Dienstag, 31.10.2006 Reformationstag

Unsere Heimreise verlief ohne Probleme. Sirko wollte in Berlin bei Globetrotter einen neuen Versuch starten, Wanderstiefel zu bekommen. Leider auch wieder ohne Erfolg. So sind wir enttäuscht zurück nach Wiesenburg gefahren. Unser Kurzurlaub war zwar wieder einmal sehr teuer, aber auch sehr schön gewesen.


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