Rügen 30.09.2005 - 03.10.2005



Freitag, 30.09.2005

Das verlängerte Wochende haben wir dieses Jahr natürlich genutzt. In der Hoffnung, das auf Rügen der Herbst mit bunten Blättern und Sonnenschein Einzug gehalten hat, sind wir zur Insel Rügen fahren.
Bis zum nachmittag hat Sweti noch in Berlin gearbeitet und ist anschließend mit dem Zug nach Brieselang gefahren, wo Sirko sie abgeholt hat. Danach ging es weiter auf der A 19 nach Rostock. Die Abfahrt zur B 105 Richtung Ribnitz-Damgarten hat uns mit einem Stau beglückt. Das kennen wir schon, da wir schon mal diese Strecke gefahren sind, auch mit Stau verbunden. Also, wollten wir ganz schlau sein und den Stau umfahren. Doch nach ca. 50 Meter hieß es wieder anhalten. Leider standen wir erstmal eine viertel Stunde an einem Bahnübergang. Dann ging es weiter  über Poppendorf, vorbei an Bussewitz und Neu Poppendorf bis nach Marlow und hinter Steinhagen auf die B 194 nach Stralsund. Ob wir letztlich Zeit gespart haben, bleibt unklar. Aber es ist eine schöne Strecke und sie gibt genug Anreiz für fröhliche Heiterkeit. Das wir "Nicheinheimische" waren erkannte ein Jeder an unserem Nummernschild. Trotzdem folgten uns die netten Berliner quer über die Ortsverbindungsstraßen. Sicherlich in der Hoffnung, wir würden den Weg kennen. Durch Glück und Zufall haben wir schließlich Stralsund erreicht. Eine halbe Stunde vor der Brückenöffnung waren wir auf der Insel Rügen. Es ist ratsam, sich über die Brückenöffnungszeiten zu informieren. Es heißt, eine halbe Stunde vor Schließung der Durchfahrt sollte man die Brücke passiert haben, sonst kommt man in einen riesigen Stau.
Die Fahrt ging auf der Insel weiter Richtung Bergen, vorbei am kleinen und großen Jasmunder Bodden.Über die Schabe, wo uns bereits ein toller Sonnenuntergang erwartete, sind wir weiter nach Sonnenuntergang bei Dranske Bakenberg Dranske gefahren. Unser Ziel war die Ferienresidenz Rugana, wo wir für unser Wochenende eine Wohnung gemietet hatten. Sweti konnte es kaum erwarten, an das Meer zu kommen. kaum war die Wohnung bezogen, ging es im Laufschritt an den nur 500 m entfernten Strand. Wir konnten das Rauschen des Meeres bereits im Wald hören. Die Schnelligkeit hatte sich gelohnt. Die Sonne ging perfekt über den Horizont unter und beleuchtete des Meer und die Steilküste in einem warmen Orange. Während ich vom Naturschauspiel gar nicht genug bekommen konnte, versuchte sich Sirko beim Drachensteigen. Leider ist es bei dem Versuch geblieben. Doch muss zu seiner Entlastung gesagt werden,. das kaum Wind herrschte. Er konnte also (fast) gar nichts für sein Versagen.
Ein wunderbarer Auftakt für unseren Kurztrip.  Mehr Bilder hier.

Samstag, 01.10.2005

Der nächste Tag begann wieder mit strahlendem Sonnenschein. Auch wenn bereits Wolken am Himmel waren, freuten wir uns auf die anstehenden Expeditionen. Unser erstes Ziel war das Jagdschloß Granitz. Auf einem Parkplatz, natürlich gebührenpflichtig wie jede kleine Parkbuchte auf Rügen (sogar mitten im Wald), haben wir in einem Häuschen unsere Gebühren entrichtet. Sonst kommt man wegen der Schranke nicht mehrt runter. Von dort aus startet eine Bimmelbahn, die die Touristen hinauf zum Jagdschloß bringt. Ich wäre gern mit der Bahn gefahren, doch wie immer musste ich mich die 14%ige Steigung hinauf quälen. Man möchte es nicht glauben, doch besitzt Rügen tatsächlich ein gewisses "Bergniveau". Beim Parkplatz erzählte man uns von der Steigung, doch haben wir es nicht ganz ernst genommen. Die ersten Kilometer waren auch völlig ok. Doch dann kam die Steigung auf kurzer Strecke. Naja, zumindest habe wir den "Rasenden Roland" gesehen, der am Fuße der Steigung einen Bahnhof hat. Nach 2,5 km waren wir am Ziel.
Jagdschloss Granitz Das Jagdschloß Granitz ist in jedem Fall einen Besuch wert. Anmutig erhebt es sich auf seinem Hügelchen. Der Eintritt ist recht günstig, nur 3 € pro Person und man kann im Inneren fotografieren. Eine Führung ist auch möglich. Eine wunderschöne Eisentreppe führt hinauf zur Aussichtsplattform. Vom Turm aus hat man einen herrlichen Ausblick auf Rügen. Unbedingt einmal besuchen.
Beim Auto wieder angekommen, ging es weiter Richtung Sellin. Ich wollte unbedingt die Seebrücke sehen. Das Wetter hatte sich leider weiter verschlechtert. Die Sonne war ganz verschwunden. Hinzu kam Swetis Wunsch wurde wahr: Seebrücke Sellin ein eisiger Wind, der auf der Seebrücke immer schlimmer wurde. Auf der Brücke gibt es ein Restaurant mit leckeren Kuchen. Doch hatten die ansässigen Wespen wohl auch Hunger und haben sich auf meinen Kuchen gestürzt. Wir mussten ihn einpacken und haben fluchtartig das Weite gesucht.
Danach ging es zum Südperd nach Klein Zicker  - Thiessow. Sehr schön am Strand zum Wandern, doch kommt man nicht so schnell  die Steilküste weider hoch, da die Zugänge und Treppen zur Zeit noch gebaut werden. Als wir wieder Gras unter den Füßen hatten, hat Sirko auf einer Anhöhe erneut versucht, seinen Lenkdrachen steigen zu lassen. Diesesmal hatten wir zuviel Wind. Um genau zu sein waren es sturmartige Böen, die das Laufen teilweise sehr ungemütlich gemacht haben.
Die Weisse Stadt Putbus Der Abschluss des Tages bildete ein kurzer Besuch der weißen Stadt Putbus. Die Stadt wird so genannt, weil sie "Am Circus" im Kreis aufgestellte weiße Gebäude besitzt. Auf jeden Fall einen Besuch wert. Wir haben das Wildgehege im Stadtpark gesucht, leider aber kein einziges Tier gefunden, Mehr Bilder hier.

Sonntag, 02.10.2005

Der Sonntag war hauptsächlich geprägt von unserem Ausflug nach Hiddensee. Vom Hafen Schaprode sind wir mit der Fähre nach Vitte auf Hiddensee gefahren. Diese kleine Insel ist frei von Autos und Motorrädern; ausgenommen sind Versorgungsfahrten. Es gibt auf der Welt nur noch wenige Orte, wo man keinen Autolärm hört. Und Hiddensee gehört dazu. Ca. 1:15 h dauert die Überfahrt und ist mit fast 15 € ziemlich teuer. Als wir auf Hiddensee ankamen, haben uns die unzähligen Touristen dann doch Hafenansicht von Vitte überrascht. Das Wetter war nicht so gut, etwas bewölkt und windig, und so hatten wir auf weniger Menschen gehofft. Trotzdem versuchte Sirko erneut, seinen Lenkdrachen steigen zu lassen. Und es hat funktioniert. Ach ja, da kann ein Mann Stunden mit dem Drachen verbringen. Irgendwann sind wir weiter gegangen, immer Wenn ein erwachsener Mann spielt der Masse hinterher. Was man auf Hiddensee unbedingt probieren muss, ist ein Fischbrötchen. Sirko schwört auf Räucheraal, doch hat ihm auf ganz Rügen jedes Fischbrötchen geschmeckt. Wir haben die Insel relativ schnell wieder verlassen. Ein guter Tipp wäre vielleicht, die gesamte Insel zu umrunden und so einen ganzen Tag einzuplanen. Wir sind nur nach Kloster gelaufen, ca. 2 km entfernt. Es gibt nicht soviel zu sehen. Am Nachmittag waren wir wieder auf Rügen.
Anschließend sind wir zu längsten Aussenmole Europas nach Sassnitz gefahren. Wir haben auf einem Parkplatz geparkt, von wo wir gerade auf den Leuchtturm der Mole schauen konnten. Das dumme daran war nur, das wir, um auf diese Mole zu kommen, erst die gesamte Strecke bis zum Anfang laufen Zum Greifen nah und dennoch so weit zu laufen mussten. Das waren ca. 1,5 km. Dann ging es die selbe Strecke auf der Mole bis zum Ende, von wo wir einen wunderschönen Sonnenuntergang sehen konnten. Der Yachthafen wurde in ein glühendes Orange getaucht. Der Leuchtturm an sich ist schon etwas heruntergekommen. Aber im schwachen Licht der untergehenden Sonne sieht man es nicht so. Natürlich mussten wir dies gesamte Strecke zum Auto wieder zurück. Normalerweise parkt Sirko als Landei quasi im Laden. Aber im Urlaub ist alles anders.
Etwas das ich an Rügen bemängeln muss ist, das es für Nichtfischesser wie mich kaum andere Möglichkeiten der Nahrungsaufnahme gibt. Ich hatte solchen Hunger und hätte mich über ein Würstchen sehr gefreut. Doch weit und breit nicht ein Würstchenstand; nur Fisch.
Glühen über dem Großen Jasmunder Bodden Letztlich sind wir irgendwann zum Auto zurück gekommen und haben so 6 km zurückgelegt. Der Höhepunkt des Tages war der schöne Sonnenuntergang, den wir uns von einer Anhöhe kurz vor Bobbin angeschaut haben. Mehr Bilder hier.

Montag, 03,10.2005

Unser Abreisetag. Dichter Nebel verringerte die Sichtweite auf unter 50 m. Die Sonne erschien nur als dunstiger Lichtball. Eine atemberaubende Atmosphäre. Wir sind zur Schabe gefahren und haben dort auf Die Natur ist der beste Künstler einem Waldparkplatz angehalten. Sirko wollte unbedingt in der Ostsee baden. Der anschließende Wald erschien uns wie ein Märchenwald. Der Lichteinfall, der die Spinnweben wie silberne Fäden  erstrahlen ließ. Die kleinen grünen Inseln, mit Moos Der Märchenwald bedeckt, die von der Sonne erleuchtet wurden. Ich konnte meinen Augen nicht trauen. Habe aber alles mit meiner Digicam aufgenommen. Super schöne Bilder.
Am Strand konnten wir beobachten, wie der Nebel vom Meer auf die Insel zog. Stellenweise war die Sicht recht gut geworden, bis die nächsten Nebelschwaden kamen. Um 9 Uhr morgens war noch keiner am Strand. Und Sirko hat sich kurzerhand ausgezogen und ging, so wie Gott ihn schuf, nackig ins Wasser. Er hatte seinen Spaß im kalten Nass, FKK am 3. Oktober während es mir zu kalt war. Mit der Zeit kamen auch ein paar Menschen, die ihn zwar etwas befremdlich gemustert hatten, aber dann ihrer Wege gingen. Die Fahrt ging nach ein paar Stunden weiter zur Burg Karnitz. Hatten mal etwas über diese Burg gelesen. Das Bild sah ja auch schön aus, doch versprach das Original nicht dem Foto. Von der Vorderseite aus betrachtet sah die Burg noch recht ansehnlich aus. Doch als wir die Burg umrunden wollten, sahen wir ein heruntergekommenes Gebäude mit Wäscheleine an den Fenstern. Es schien so, als ob im hinteren Teil Sozialwohnungen wären. Ein totaler Reinfall, nicht empfehlenswert.
Die Insel Rügen wollten wir an diesem Tage nicht über die Brücke verlassen, sondern mit der Glewitzer Fähre aufs Festland übersetzen. Wegen des starken Nebels hatten wir während der Fahrt keinerlei Hoffentlich gibt es kein Gegenverkehr Orientierung und konnten weder die Insel noch das Festland sehen. Etwas mulmig wird da einem schon. Im Autoatlas war die A 20 bereits als fertig markiert. Doch nach ein paar Kilometern mussten wir wieder auf die Bundesstraße, um dann wieder auf die A 20 zu fahren. Dies ging so mehrmals, bis es uns reichte und wir nur noch Landstraße bis nach Berlin gefahren sind. jetzt aber soll die A 20 angeblich fertig sein. Ist eine schnelle Verbindung von Berlin nach Stralsund, denn es gibt einen zweispurigen Zubringer von Stralsund zur Autobahn. Mehr Bilder hier.